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Erste Siedler

In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt gab es im märkischen Sauerland wohl schon einzelne Niederlassungen, doch der überwiegende Teil des Landes war noch geschlossenes Waldgebiet; vielfach dichter Urwald. So ähnlich hat auch der römische Schriftsteller Tacitus (ca. 54-117 n. Chr. Geb.) das Land der Germanen geschildert, wenn er es be­schreibt als ein Land', bedeckt von dichten Wäldern und durchzogen von zahlreichen Sümpfen. Es bedurfte daher weithin der Axt, um mit ihr Breschen in die Wälder zu schlagen, ferner der Hacke und des Spatens, um den so gewonnenen Boden in fruchtbares Ackerland zu verwandeln; für die Siedler eine harte und mühselige Arbeit, deren Früchte wohl meistens erst die nächsten Generationen geerntet haben. Die Chronik gibt uns keine Antwort auf die Frage: „Wann und wie ist die Besiedelung des märkischen Sauerlandes, zu dem auch das Ihmerter Tal gehört, bis über das Jahr 1000 hinaus vor sich gegangen?“ Wer wäre auch damals auf den Gedanken gekommen, darüber ausführlichen Bericht der Nachwelt zu übermitteln! Wohl sind einzelne Urkunden vor­handen, die durch die Erwähnung von Ortsnamen das Bestehen dieser Städte oder Dörfer zur Zeit der Abfassung der Urkunde kund tun; aber damit ist noch nicht der Beweis erbracht, dass in diese Zeit auch die Entstehung dieser Ortschaften fällt.

In Ermangelung urkundlicher Nachrichten hat nun die wissenschaftliche Forschung zur Beantwortung dieser Frage einen anderen Weg einge­schlagen. Sie knüpft an die Tatsache an, dass in den Ortsnamen bestimmte Endungen immer wiederkehren, die sie als germanische Grund­wörter betrachtet und stellt die These auf: Ortsnamen mit den gleichen Grundwörtern gehören auch derselben Siedlungsperiode an. Hat man ursprünglich 3 Perioden angenommen, so ist man neuerdings dazu übergegangen, folgende 5 Siedlungsperioden zu unterscheiden: 

  1. Germanische Periode bis 500, Grundwörter: -apa, -epe (beide fehlen im Landkreis Iserlohn), -pe, -fe, -mar, -tar, -loh; 
    z. B. Haspe, Kierspe, Milspe, Hemer  Hademare, Iserlohn.
  2. Altfränkische Periode 500-700, Grundwörter: -ohl, -ey, -heim (hum);
    z. B. Rummenohl, Hengstey, Elsey, Berchum.
  3. Sächsische Periode 700-800, Grundwörter: -hausen, -inghausen, abgeschwächt in -ingsen; ferner -bert, -pert, -mert, -mart;
    z. B. Henckhausen, Holthausen, Wermingsen, Plattmert niederdeutsch für Plettenberg.
  4. Jungfränkische Periode 800-950, Grundwort: -scheid; z. B. Lüdenscheid, Mesterscheid, Dröschede.
  5. Nachkarolingische Periode 950-1200, Grundwörter: -bruch, -brock, -siepen, -rode, -rott, -rade, also Orte, die ohne weiteres auf Rodung schließen lassen;
    z. B. Hombruch, Ackenbrock, Roland, Nachrodt, Griesenbrauck, Heider-siepen.

Nach dieser Theorie hat die Siedlungstätigkeit eingesetzt in den Nie­derungen (1. Periode), worauf dann der fruchtbare Boden zu beiden Seiten der Flussläufe ausgenutzt wurde zu ausgedehnten Terrassensied­lungen (2. Periode). Erst die Sachsen, denen hervorragende Fähigkeiten für den Ackerbau nachgerühmt werden, sind an den Flüssen und Bächen entlang in das Innere der Wälder bis zu den Quellen vorgedrungen und haben hier in den Mulden der Täler neue Wohnsitze erschlossen. (3. Periode). Mit den der 4. Periode angehörenden Höhensiedlungen ist aber die Siedlungsfähigkeit noch nicht abgeschlossen; denn immer noch gibt es zwischen den bereits bestehenden Ansiedlungen weite Gebiete, die sich durch Ausrodung und Trockenlegung sumpfigen Geländes wirtschaft­lich nutzbar machen lassen, eine Tätigkeit, die der 5. Periode zuge­schrieben wird.

Da nach dieser Theorie der Anfang der Besiedelung von Ihmert der dritten und der von Bredenbruch der fünften Periode zuzurechnen wäre, würde sich ergeben, dass die ersten Siedler sich etwa um 1000 im Ihmerter Tal niedergelassen haben.

Mag immerhin dieses, mit Hilfe der Grundwörter in den Ortsnamen ent­wickelte Bild der Besiedelung des märkischen Sauerlandes recht einleuchtend erscheinen, man wird aber doch sagen müssen, dass es den Wert einer auf urkundlichen Zeugnissen beruhenden Darstellung nicht bean­spruchen kann. Zugegeben, dass die Siedlungstätigkeit an den größeren Flüssen entlang bis auf die Höhen tatsächlich in dem angegebenen Zeit­raum erfolgt ist, so ist damit noch nicht bewiesen, dass sie zu gleicher Zeit auch an den kleinen Bächen, wie dem Ihmerterbach entlang, im Gange gewesen ist. Auch die Frage erhebt sich: „Ist es nicht auch möglich, dass Grundwörter, weil im Volke beliebt, noch Jahrhunderte später gebräuchlich waren und demnach der Anfang der Besiedelung des Ihmerter Tales einer späteren Zeit zugeschrieben werden muss?“ Wie auch immer die Bedenken lauten mögen, es ist nun einmal dieser Weg die einzige Möglichkeit, das über der Siedlungsgeschichte liegende Dunkel wenigstens einigermaßen zu erhellen.

Diese kritischen Bemerkungen in Bezug auf den Anfang der Besiedelung des Ihmerter Tales finden eine Bestätigung durch die Abhandlung von Heinrich Schneider: „Die Ortschaften der Provinz Westfalen bis zum Jahre 1300 nach urkundlichen Zeugnissen und geschichtlichen Nachrich­ten“ -); denn unter den in alphabetischer Reihenfolge aufgeführten, mit genauen Quellenangaben versehenen Ortschaften bis zu dem genannten Jahre ist weder der Ort Ihmert (nach ältesten Urkunden Eimert, Edemert, Edemart) noch Bredenbruch (Bredenbrock) enthalten. Es wird daher wohl immer ein Geheimnis bleiben, wann die ersten Sied­ler in das Ihmerter Tal gekommen sind, wer sie waren und woher sie kamen. Nur das ist sicher, dass es Bauern waren, die die schwere Arbeit des Ausrodens nicht gescheut haben und erfüllt gewesen sind von der Hoffnung, hier für ihre Familie und ihre Nachkommen eine neue Heimat zu finden.

geschrieben von Pfarrer Karl Thom
entnommen aus "Der Schlüssel" 1961 - Die Besiedelung des Ihmerter Tals

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