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Zeit von 1730-1900

Ist es bisher nur möglich gewesen, zu bestimmten Zeiten, 1500 und 1700, ein Bild von dem jeweiligen Stand der Besiedelung des Ihmerter Tales zu geben, in dem nun zu behandelnden Abschnitt von 1733 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bietet sich die Möglichkeit, die Entstehung der Ansiedlungen dieses Zeitraumes, so weit sie sich urkundlich nach­weisen lassen, in chronologischer Reihenfolge aufzuzeigen. Als wichtigste Urkunden, aus denen Nachrichten darüber geschöpft wer­den können, sind die Kirchenbücher mit den Eintragungen der Taufen, Trauungen und Sterbefälle anzusehen. Aus ihnen erfährt man nicht nur den Zuzug neuer Familien; auch die darin enthaltenen Angaben der Wohnorte der Familien sind unter Umständen wichtige Hinweise. Wenn nämlich in diesen Registern der Name eines Flurstückes als Wohnort zum ersten Mal vorkommt, ist daraus zu schließen, dass in diesem Jahre oder einige Zeit vorher hier ein neues Haus gebaut wurde und damit eine neue Ansiedlung entstanden ist.

Ferner stehen zur Verfügung verschiedene urkundliche Nachrichten, zu denen auch schriftliche und mündliche Überlieferungen aus Familien­chroniken zu zählen sind, die Material für die Beurteilung des Fort­ganges der Besiedelung darbieten. Schade, dass es im Ihmerter Tal nicht Brauch gewesen ist, wie aus anderen Gegenden berichtet wird, beim Neubau eines Hauses, etwa über dem Eingang, einen Wahlspruch mit Angabe des Baujahres anzubringen! Die historische Behandlung der Siedlungstätigkeit würde dadurch manche Bereicherung erfahren haben.

Im Interesse besserer Übersicht sei nun dieser letzte Teil der Siedlungs­geschichte des Ihmerter Tales in 2 Abschnitten dargestellt, von denen der erste die Zeit von 1733-1818 und der andere die Zeit von 1819 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts umfasst.

a) 1730-1818

Auf Grund der oben genannten urkundlichen Nachrichten lassen sich von 1730-1818 folgende neue Ansiedlungen im Ihmerter Tal nachweisen.

In den Jahren 1733/34 ist die Mühle in Bredenbruch gebaut worden. Vor dieser Zeit waren die Bauern im Ihmerter Tal gezwungen gewesen, ihr Korn zum Mahlen in eine ihnen in Hemer zugewiesene Mühle zu bringen, wobei sie auf diesem Wege wohl auch das Korn der kleinen Kötter mit­genommen haben, die über kein Fuhrwerk verfügten. Diese Mühle war nun baufällig geworden und musste abgerissen werden. Da wurde mit Rücksicht auf die Mahlgenossen in Ihmert und Umgegend eine neue

Mühle nicht hier, sondern in Bredenbruch gebaut. Wie aus dem „Inventarium über die Domainen-Gebäude, Frecht und Pflanzungen in der Renthey Iserlohn vom Jahre 1739“ hervorgeht, hatte dieses Gebäude, in dem sich zugleich die Wohnung des Müliers befand, eine Länge und Breite von je 26,5 Fuß; war also ein verhältnismäßig kleiner Bau. Der Pächter hieß Caspar Rittinghaus, der wohl der erste Müller im Ihmerter Tal gewesen ist und den Betrieb dieser Mühle bis zu seinem 1750 er­folgten Tode versehen hat.

Um das Jahr 1760 gab es auf dem Dieckgraben 3 Niederlassungen; denn es wohnten nach den Kirchenbüchern zu dieser Zeit Familien auf dem vordersten, mittelsten und hintersten Dieckgraben.

Die erste Erwähnung der Ortsangabe Johannesthal stammt aus dem Jahre 1779 und bezieht sich auf die damals dort gelegene Papiermühle. In einer Urkunde vom 15. Mai dieses Jahres heißt es, dass „der Ratmann Roepe in Iserlohn alljährlich auf Martini zur Iserlohner Renteikasse an Flußgeld von der auf der Imerter Bache belegenen, olim (früher) im Rabennest, anjetzo im Johannes-Tal heißenden Papiermühle 1 Rtlr 45 Stbr zu zahlen hatte“. Gleichzeitig erfährt man aus dieser urkund­lichen Nachricht, dass der Name „Johannesthal“ erst in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts aufgekommen ist. Vermutlich hat der Vorname des langjährigen Pächters dieser Mühle, Johannes, zu dem Namenwechsel den Anlaß gegeben. Beide Ortsbezeichnungen kommen als Wohnort von Familien auch in den Kirchenbüchern vor, und zwar „Johannesthal“ von 1788 ab bis in die heutige Zeit, „Rabennest“ jedoch nur insgesamt zwei­mal, 1779 und 1780. Eine Papiermühle gab es schon seit Anfang der 40er Jahre, und Papiermacher wohnten hier, deren Wohnort im Tauf­und Sterberegister bis zu dieser Zeit mit „Ihmerterbach“ angegeben ist. Daraus ist wohl zu schließen, dass der Name „Rabennest“ weniger gebräuchlich war. Ob nun die ersten Papiermacher in der Mühle selbst gewohnt haben oder ob für sie gleich nach 1740 ein Häuschen gebaut worden ist, lässt sich nicht feststellen. Sicher jedoch ist, dass in den 70er Jahren neben der Mühle ein ansehnliches Haus gestanden hat, das von dem damaligen Papierfabrikanten bewohnt wurde.

1788 muss es auf der Bleiche in Bredenbruch schon ein Haus gegeben haben; denn in dem Sterberegister dieses Jahres ist als Wohnort eines hier verstorbenen Mannes eingetragen: „Bredenbruch auf der Bleiche“.

Ungefähr in dieselbe Zeit fällt auch der Bau des Wohnhauses in der Rottmecke. Nach dem Trauregister des Jahres 1791 lebte hier die Familie des Johann Peter Erdmann, aus der eine Tochter in diesem Jahre heira­tete. Bis 1778 hatte diese Familie in Oberdahlsen gewohnt, wie aus den Taufeintragungen der Kinder hervorgeht. Es dürfte daher dieser Kotten in der Zeit von 1780-1790 entstanden und Peter Erdmann selbst der Bauherr des Wohnhauses gewesen sein. Nachkommen dieser Familie leben noch heute hier in der Rottmecke.

1803 kommt zum ersten Mal der Name Elfenfohren im Taufregister als Wohnort der Familie Caspar Diederich Schepper und Maria Catharina Meskendahl vor, deren erstes Kind hier in diesem Jahre geboren ist. Es darf daher als sicher gelten, dass um 1800 auf Elfenfohren ebenfalls ein kleiner Kotten entstanden und das erste Wohnhaus gebaut worden ist. Der Name „Elfenfohren“ rührt übrigens daher, dass zu jener Zeit das dort gelegene Land durch 11 Furchen eingeteilt war. So heißt es denn auch in den Kirchenbüchern bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wörtlich „Eilf-Vohren“ oder „Eilffohren“.

Endlich ist zu erwähnen das Wohnhaus in den Stumpen in Bredenbruch, das 1818 zum ersten Mal im Taufregister genannt wird. In ihm wohnte damals die Familie Hermann Diederich Hülter und Anna Catharina Bau­meister bei der Geburt ihres dritten Kindes. Im Taufregister dieses Jahres heißt zwar die Ortsangabe: „Unter der Wachmecke in den Stücken“, aber von 1834 ab lautet sie: „In den (im) Stumpen“. Nach mündlicher Überlieferung sollen damals in dieser Gegend zahlreiche Bäume ge­schlagen worden sein, deren Stümpfe noch lange Zeit stehen geblieben waren und dieser Gegend den Namen gegeben haben. Auch in diesem Hause wohnen noch heute Nachkommen der damaligen Familie Hülter. Die meisten Familiennamen der bisherigen Ansiedler im Ihmerter Tal kehren auch im 18. und 19. Jahrhundert in den Kirchenbüchern wieder; ein Zeichen ihrer Seßhaftigkeit. Es sind die Namen: Albert, vom Braucke, Erdmann, Goswin, Heer, Hülter, Kampmann, Knips, Körte, Lötters, Meyweg, Ossenberg, Rentrop, Sülberg und Westendorf. Neue Namen treten in der Zeit von 1730-1818 auf. Genannt seien nur diejenigen Familien, deren Nachkommen bis über das Jahr 1900 im Ihmerter Tal ansässig geblieben sind. Sie lauten: Schepper, Graumann, Menze, Schönenberg, Berkenhoff und Bergfeld. Bei den ersten vier handelt es sich um Ein­heiraten in bereits hier wohnhafte Familien, während die beiden letzten mit ihren Familienangehörigen zugezogen sind.

Nach dem Trauregister heiratete 1742 Johann Hermann Schepper von Niederdahlsen nach dem Dieckgraben, 1759 Johann Hermann Graumann aus Sundwig nach Ihmerterbach, 1780 Johann Rötger Menze von Kesbern nach Ihmert und 1789 Johann Hermann Schönenberg aus Kierspe nach dem Sülberg.

In den Jahren 1793/94 ist die Familie des Hermann Diedrich Berkenhoff von Dahle nach Ihmert gezogen. Das ergibt sich aus den Eintragungen der Taufen ihrer Kinder im Taufregister, bei denen bis 1792 als Wohnort der Eltern Dahle und von 1795 ab Ihmert vermerkt ist. Wie aus Auf­zeichnungen dieser Familie hervorgeht, stammt sie vom Birkenhof bei Herscheid. Drei Brüder waren von dort nach Dahle gegangen, um sich eine neue Existenz zu suchen, unter ihnen der oben genannte Hermann Diedrich. Dieser war Schuster, hatte aber wegen allgemeiner Körper­schwäche seinen Beruf aufgeben müssen und war Handelsmann gewor­den. Auf seinen Touren besuchte er häufig den Ort Ihmert, wo er, wie es in diesen Aufzeichnungen weiter heißt, auf dem Schmidtschen Hofe einzukehren pflegte, dessen Besitzer neben Landwirtschaft Bäckerei und Gastwirtschaft betrieb. Berkenhoff kaufte diesen Hof, der bis heute im Besitz der Nachkommen dieser Familie geblieben ist.

Nun ist in der Aufstellung der Höfe und Kotten des Jahres 1705 im vori­gen Abschnitt4) ein Hof, dessen Besitzer Schmidt heißt, nicht enthalten. Auch aus den Tauf-, Trau- und Sterbeeintragungen in den Kirchenbüchern lässt sich im Verlauf des ganzen 18. Jahrhunderts keine im Ihmerter Tal wohnhafte Familie Schmidt nachweisen. Wohl ist im Taufregister von 1763 als Vater eines Kindes eingetragen Caspar Diederich Körte gt. Schmidt. Die Mutter, deren Name hier fehlt, sich aber aus dem Trauerregister von 1758 ergibt, hieß Catharina Maria Grove und war die Tochter der Hermann Diederich Grove, des Schmiedes im Dorf Ihmert. Bedenkt man, dass in jener Zeit der Schmied für die Bauern eine wichti­ge und unentbehrliche Persönlichkeit war, so erklärt sich leicht, dass auch dessen Hof nach dieser Tätigkeit benannt wurde. Auf Familienglieder wurde diese Bezeichnung ebenfalls gelegentlich übertragen, wie aus dem Sterberegister des Jahres 1788 zu ersehen ist. Hier heißt es nämlich wörtlich: „Begraben C. M. grobe oder Schmidsche 78 Jahre alt“. (C. M. Abkürzung für Catharina Maria). Da nun Caspar Diederich Körte 1788 auf diesen Hof heiratete, dürfte der Beiname „gt. Schmidt“ nicht als Personenname, sondern als Berufsbezeichnung zu werten sein, zumal die Schreibart „Schmidt“ für die im Schmiedehandwerk tätigen Per­sonen in den Urkunden der damaligen Zeit recht gebräuchlich war. Dann ist auch der von Hermann Diederich Berkenhoff käuflich erworbene Hof kein neu nach 1730 entstandener Bauernhof, sondern der in der Urkunde von 1705 bereits aufgeführte Grovesche Kotten.

Es war um das Jahr 1810, als Peter Caspar Bergfeld, vom Bergfeld bei Altena stammend, nach vorübergehender Tätigkeit als Bauer auf dem Stromberg mit seiner Familie nach Elfenfohren zog und den dortigen Hof übernahm. Dieser anfangs kleine Kotten wurde im Laufe der näch­sten Jahrzehnte erweitert und erhielt im Jahre 1856 ein neues, größeres Wohnhaus. Auch dieser Hof ist im Besitz der Familie Bergfeld bis heute geblieben.

Um die Förderung der Ansiedlungen in den Städten und Dörfern war die Königliche Regierung seit Anfang des 18. Jahrhunderts eifrig bemüht. Sie stellte nicht nur finanzielle Unterstützung dafür in Aussicht, sondern veranlaßte auch, dass den Siedlern der Erwerb von Land erleichtert wurde. So erschien am 11. 1. 1710 eine Verfügung der Regierung, wo­nach „allen denjenigen, welche beabsichtigten, sich in den cleve-märkischen Städten niederzulassen oder sonst wo anzubauen, nicht nur eine 10jährige Freiheit aller Einquartierung und sonstigen Personal­lasten versichert, sondern außerdem den neu Bauenden auch ein ge­wisses Prozent der angewendeten Baukosten aus Königlichen Kassen vergütet werden sollte“ „). Und in einer Verordnung der Königl. Kriegs­und Domainenkammer vom 17. 9. 1748 wurden die Beamten in den Landen Cleve, Mark und Mors angewiesen, „strenge darauf zu wachen, dass die von den Regimentern ausrangirten Unterthanen nicht aus­wandern, sondern sich häußlich in den Städten und Dörfern nieder­lassen“, ferner „fleißig dahin zu wirken, dass das Land, welches theils bei den Bauernhöfen entbehrt werden könne, theils wüst und uncultivirt liege, anderen Unterthanen zur Besetzung mit Häusern in Pacht oder Erbzins überlassen werden solle“.

Welchen Ansiedlern im Ihmerter Tal damals Bauland durch Mitwirkung staatlicher Organe zuteil geworden oder Bauzuschuß zur Errichtung eines Wohnhauses gewährt worden ist, lässt sich nicht feststellen; wohl aber liegen 2 urkundliche Nachrichten darüber vor, dass aus öffentlichen Kassen erhebliche Mittel gewährt bzw. erbeten worden sind zum Wie­deraufbau baufällig gewordener Häuser.

Der erste Fall bezieht sich auf das Wohnhaus des „Lötters-Gutes“ in Ihmert, von dem es in dem schon erwähnten Inventarium über die Dornainen-Gebäude vom Jahre 1739 heißt: „Das ganze Gebäude, vor 2 Jahren aus Königlichen Baugeldern neu erbauet“. Im anderen Falle handelt es sich um das Wohnhaus des Gutes auf dem obersten Dieckgraben. Bei der Beschreibung dieses Hofes in dem Verzeichnis der Iserlohner Renteigüter aus dem Jahre 1776 findet sich der Antrag des Pächters Dieckgrabe, „das baufällige Haus, das nun eingestürzt sei, neu aus der Landesbaukasse aufbauen zu lassen, da er nun lebe wie jene Tartaren, die unter ihren Horden (Herden) wohnen und er mit seiner gantzen Wirtschaft ein förmliches Campement (Feldlager) führen müs­se“.

In der Förderung der Siedlungstätigkeit begnügte sich die Regierung keineswegs damit, die Zahl der Ansiedlungen zu vermehren, sie war auch bemüht um die Einführung neuer landwirtschaftlicher Erzeugnisse zur Steigerung der Ernteerträge. Das erfuhren auch die Bauern und Kötter des Ihmerter Tales.

Wenn man die ziemlich ausführlichen Beschreibungen der Bauernhöfe in dem bereits mehrfach zitierten Inventarium der Renteigüter von 173? liest, fällt die genaue Angabe der auf jedem dieser Höfe angepflanzten Obstbäume und ihrer verschiedenen Sorten auf. Zählt man sie zusam­men, so ergibt sich für die hier genannten 9 Bauernhöfe, je 2 auf dem Dieckgraben, in Westendorf, Ihmert und auf der Holmecke und 1 in Bredenbruch eine Gesamtzahl von 423 Obstbäumen, zum Teil Pötten „), und zwar 228 Äpfel-, 61 Birnen-, 94 Kirschen- und 40 Zwetschenbäumen. Bei dem rauhen und für Obstkultur wenig günstigen Klima dieser Gegend eine erhebliche Zahl! Dazu kommen ferner 278 Eichen-, 19 Eschen- und 22 Buchenbäume. Ohne Zweifel sind diese Anpflanzungen nicht der Initiative der hier ansässigen Bauern entsprungen, sondern geschehen auf Anweisung der Regierung, wie die folgenden Verordnun­gen erkennen lassen.

Es hatte nämlich der Kurfürst Friedrich am 13. 10. 16?4 ein Edikt erlas­sen, wonach „zur Beförderung der Holz- und Obstkultur in Cleve und Mark die Städte, Flecken und Dörfer zur Anlegung von Eichen- und Buchen-Kämpe, die neu sich verheiratenden Brautpaare zur Pflanzung von 6 Obstbäumen und 6 jungen Eichen verpflichtet und die Beamten angewiesen wurden, Obstkerne zu säen, um daraus Pflänzlinge zu ziehen“. Und in einer Verordnung der Königlichen Regierung vom 31. 1. 1709 heißt es: „Bei der Nichtbeachtung des zur besseren Förderung der Obst- und Holzkultur, wonach kein junges Ehepaar getraut werden soll, wenn es nicht über die geschehene oder künftig geschehende Pflanzung von mindestens 6 Obstbäumen und jungen Eichen hinlängliche Versicherung gegeben hat, sollen die Beamten von den sämtlichen Pfarrern in den Städten und Dörfern spezielle Nachweise der jährlich getrauten Ehepaare einfordern und einsenden. Die seither Säumigen sollen in angemessene Geldstrafe genommen, die künftig sich verheira­tenden Paare aber zur Erfüllung ihrer vorbezeichneten Schuldigkeit angehalten werden“.

Erwähnt sei auch die Einführung der Kartoffeln als Volksnahrungsmittel. Auf dem Siegeszug durch Europa waren sie in der Zeit von 1730—1740 nach Westfalen gekommen, wie der Aufsatz: „über die Herkunft und Verbreitung der Kartoffeln“ im Bergischen Archiv des Jahres 1809 be­richtet. Die Bauern jedoch verhielten sich ihrem Anbau gegenüber zu­nächst ablehnend, weil man sie als Gift enthaltende Pflanzen betrach­tete, die bestenfalls als Viehfutter geeignet seien. Auch hier ist es dem Einfluß der Regierung zu verdanken gewesen, dass dieses Vorurteil der Bauern überwunden wurde und das Pflanzen von Kartoffeln sich langsam durchsetzte, über die Zeit des Anbaues der ersten Kartoffeln im Ihmerter Tal liegen keine Nachrichten vor. Man darf aber annehmen, dass es gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch hier Kartoffelfelder gegeben hat. Immer größere Flächen Landes sind dann für den Anbau von Kartoffeln in Anspruch genommen worden, nachdem ihr großer Wert als Nahrungsmittel für Menschen und Vieh erkannt worden war.

In der Erbfolge galt auch im Ihmerter Tal das in jener Zeit weithin übliche, auf dem Grundsatz der Unteilbarkeit des Hofes beruhende, Anerbenrecht. In erster Linie erbten die Söhne, vornehmlich der älteste, den Hof und, wenn keine männlichen Erben vorhanden waren, die Töchter. Häufig geschah es dann, dass nach ihrer Verheiratung deren Männer, vor allem aber die aus diesen Ehen hervorgegangenen Kinder, den Namen der Mutter (des Hofes) erhielten. So wurde der Tradition des Hofes Rechnung getragen und der Name des Hofes blieb erhalten. Hierzu .einige Beispiele aus dem Ihmerter Tal auf Grund der Eintragun­gen in den Kirchenbüchern.

Um 1700 lebte auf dem aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 und dem Verzeichnis der Freigüter aus dem Jahre 1600 bekannte „Alberts-Hof“ in Ihmert die Familie des Peter Albert, deren einzige Tochter 1719 Peter auf dem Brocke in Ihmert heiratete. Die Kinder aus dieser Ehe hießen Albert. Auch der Vater ist bei seinem 1739 erfolgten Tode im Sterberegister verzeichnet als Peter Albert.

Ebenfalls um 1700 bewohnte das „Lötters-Gut“ in Ihmert die Witwe des Diedrich Lötters (Lüfters) mit 3 Töchtern. Während die jüngste von ihnen auswärts eine Ehe einging, heiratete die älteste 1709 Franz Heer aus Ihmert und die dritte im Jahre 1718 Anton Karthaus vom Wixberg. Beide Schwiegersöhne arbeiteten gemeinsam auf dem Hof und sind auch in dem oben erwähnten Inventarium der Domainen-Gebäude von 1739 als Pächter genannt, und zwar mit den Namen Tonges (Anton) Lötters und Franz Lötters. Das Wohnhaus hatte, wie gleichfalls dort vermerkt ist, eine Länge von 20 und eine Breite von 10 Metern und war in der Mitte durch eine Trennwand für 2 Wohnungen mit je einem besonderen Eingang versehen. Die Kinder beider Familien führten den Namen Lötters, und im Sterberegister sind die Väter eingetragen als Anton Lötters (1753) und Franz Herr gt. Lötters (1757).

Endlich sei genannt der Witwer Johann Peter Rotthaus vom Wixberg, der 1754 Anna Maria Elisabeth Rentrop, wohnhaft auf dem gleichnami­gen Kotten in Ihmert, heiratete, deren Kinder Rentrop hießen. Der Vater, der übrigens später Provisor (Kirchmeister) der Kirchspielsgemeinde Iserlohn war, ist bei seinem 1775 erfolgten Tode im Sterberegister benannt: Johann Peter Rentrop.

Über die Seelenzahl der Bewohner des Ihmerter Tales im Jahre 1817 liegt eine amtliche Nachricht vor. In diesem Jahre hatte nämlich die preußische Regierung, die nach dem Zusammenbruch der französischen Gewaltherrschaft wieder in ihre alten Rechte eingetreten war, durch die Landräte der einzelnen Kreise statistische Erhebungen über die Zahl der Ortschaften, der Häuser, der Bewohner und deren Religionsbekenntnis durchgeführt. Daraus ist zu ersehen, dass es in diesem Jahre in der Bauerschaft Ihmert 67 Häuser mit einer Gesamtzahl von 330 Einwohnern, darunter 350 Lutheranern, 20 Reformierten und 10 Katholiken gegeben hat.

Gegenüber der Einwohnerzahl von 1733 bedeutet diese Zahl nur einen Zuwachs von 80-90 Seelen, also rund 25% in 90 Jahren. Ein Ver­gleich mit der Stadt Iserlohn, deren Einwohnerzahl 4330 im Jahre 1732 und 5260 im Jahre 1818 betragen hatte, zeigt, dass auch sie damals kein höheres prozentuales Ansteigen der Bevölkerung aufzuweisen hatte.

Die geringe Zunahme der Einwohnerzahl in diesem Zeitraum wird ver­ständlich, wenn man die schweren Zeiten in B2tracht zieht, denen die Bevölkerung mehrfach ausgesetzt gewesen ist. Gleich zu Anfang des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) waren die Franzosen in die Graf­schaft Mark eingefallen und standen hier den Truppen des Herzogs Ferdinand von Braunschweig gegenüber, der von Friedrich dem Großen mit dem Schutz der westlichen Landesteile beauftragt worden war. Wenn es auch in hiesiger Gegend nicht zu größeren Kampfhandlungen kam, so hatten die Bewohner doch schwer zu leiden unter Einquartierun­gen und Kriegsabgaben, da bald die eine, bald die andere Partei das Land besetzte. Wie sehr Handel und Gewerbe auch im Ihmerter Tal stockte, beweist die Tatsache, dass die Zahl der Drahtzieher damals fast um die Hälfte gesunken war. Noch weit höhere Belastungen brachte die französische Besetzung unter Napoleon in den Jahren 1808 - 1813 mit sich. Steuergesetze wurden erlassen, die im Grunde eine Ausbeutung der Bevölkerung bedeuteten und deren Verarmung zur Folge hatten. Handel und Gewerbe lagen fast ganz danieder. Dazu kam, dass für die Erfüllung der weltbeherrschenden Pläne Napoleons die waffenfähige Jugend zum Heeresdienst gepresst wurde, dem sich viele durch die Flucht entzogen.

b) 1819-1900

Auch in der Zeit von 1819-1900 lässt sich aus den Kirchenbüchern und, Familienchroniken die Entstehung einiger neuer Ansiedlungen im Ihmer­ter Tal feststellen, wie die folgenden Darlegungen zeigen. Stemmessiepen, in der Nähe des Dieckgrabens gelegen, ist erstmalig erwähnt im Taufregister des Jahres 1825 als Wohnort der Familie des Hermann Heinrich Meskendahl, deren drittes Kind hier geboren ist. Noch bei der Taufe des 2. Kindes im Jahre 1823 wohnte sie auf dem Dieckgraben. Vermutlich hat dieser Meskendahl selbst 1824 das Wohn­haus gebaut, das dann länger als 3 Jahrzehnte Wohnsitz dieser Familie geblieben ist.

In den Jahren 1829/30 baute Stephan Heinrich Berkenhoff, damaliger Besitzer des gleichnamigen Hofes In Ihmert, für seinen 10jährigen Sohn Wilhelm die Ihmerter Mühle, wie aus Überlieferungen dieser Familie her­vorgeht. Er selbst versah den Betrieb der Mühle so lange, bis der Sohn die Arbeit übernehmen konnte. Nach dessen frühen, 1859 erfolgten Tode ging jedoch die Mühle in fremden Besitz über.

Dass um diese Zeit auch auf der Tütebelle ein Wohnhaus stand, geht aus dem Sterberegister von 1833 hervor, in dem zum ersten Mal diese Orts­bezeichnung als Wohnort angegeben ist. Der hier Verstorbene war Heinrich Hücking aus Piettenberg, dar 4 Jahre vorher eine Tochter des Johann Diederich Kampmann aus Ihmert geheiratet hatte.

1849 wohnte im Haßberg die Familie des Friedrich Bölling, deren jüngstes Kind hier in diesem Jahre gestorben ist. Zwar heißt die Ortsangabe im Sterberegister nur „bei Ihmert“; aber bei der 1857 erfolgten Trauung des ältesten Sohnes diese; Familie ist der Wohnort der Eltern genauer bezeichnet mir „im Haßberg bei Ihmert“. Ohne Zweifel beziehen sich beide Ortsbezeichnungen auf dasselbe Wohnhaus. Gerade die allgemeine Ortsangabe „bei Ihmert“ im Jahre 1849 lässt vermuten, dass kurz vorher diese Ansiedlung entstanden ist.

Ihmerterort wird als Wohnort zum ersten Mal erwähnt im Taufregister von 1852 bei der Taufeintragung des ersten Kindes der Familie Friedrich Schumacher und weiter 1857 bei der seines Bruders Wilhelm. Ferner gibt das Trauregister von 1855 Ihmerterort als Wohnsitz der Familie Caspar Heinrich Obernsülberg und Helene Henriette Hepping an, deren Tochter in diesem Jahre den Schuhmacher Heinrich Krone heiratete. Noch 1837 wohnen nach dem Taufregister die Eltern der Braut auf dem Sülberg. Die Entstehung dieser beiden Höfe in Ihmerterort und der Bau der beiden Wohnhäuser dürften daher in die Zeit von 1840-1850 fallen.

1857 taucht die Ortsangabe Plätzchen bei Ihmert im Taufregister als Wohnort der Familie des Heinrich Hense auf. Es ist das einzige Mal, dass sie in den Kirchenbüchern vorkommt. In den folgenden Jahren ist für die Bewohner dieses Hauses stets „Ihmert“ eingetragen, und zwar darum, weil dieses Flurstück mitten im Dorf Ihmert liegt. Im Volksmund hat sich jedoch bis heute der Name „Plätzchen“ erhalten. Gerade die einmalige Erwähnung spricht dafür, dass hier um diese Zeit das erste Haus gebaut worden ist.

Im Jahre 1877 gibt es auch auf dem Höchsten, oberhalb der Tütebelle, eine Ansiedlung, und zwar einen Bauernhof; denn im Taufregister dieses Jahres findet sich die erste Erwähnung dieses Wohnortes bei der Eintragung der Taufe des ersten Kindes der Familie Dietrich Vogt.

Zur Förderung der Siedlungstätigkeit im 19. Jahrhundert, der Zeit der Entstehung zahlreicher industrieller Betriebe auch in den abgelegenen Ortschaften des Sauerlandes, hat wesentlich der Ausbau eines ausge­dehnten Straßennetzes beigetragen.

Bis in den Anfang dieses Jahrhunderts hinein gab es nämlich nur wenige Landstraßen, die den Verkehr von Stadt zu Stadt vermittelten, und die vorhandenen waren so schlecht, dass die Klagen darüber nicht verstumm­ten. Es waren vielfach ausgefahrene Wege, größtenteils nicht breit ge­nug für 2 sich begegnende Fuhrwerke. Es gab Hohlwege und sumpfige Stellen, die nur mit Lebensgefahr zu passieren waren. Und waren schon diese Landstraßen von solcher schlechten Beschaffenheit, noch trost­loser sah es mit den Feldwegen auf dem Lande aus.

Auch von der Straße, die von Iserlohn durch den Glüsing über Ihmert nach Neuenrade und Altena führte, wird berichtet, dass sie „keine Gräben besaß, keine bestimmte Breite hatte und schlecht unterhalten war“. Und der Weg, der vom Dorf Ihmert durch das Tal größtenteils am Ufer des Ihmerter Baches entlang ging, ist ebenfalls nur ein schmaler Landweg gewesen. Zur Behebung dieser Mißstände sind im Laufe der Zeit manche Ver­ordnungen ergangen. Schon die Kurfürstliche Regierung hatte in 2 Erlas­sen vom 23. 2. 1676 und 13. 11. 1687 verfügt: „Die Wege müssen überall dergestalt verbreitert werden, dass 2 sich begegnende Fuhrwerke anein­ander vorbeifahren können, die Ausfüllung der ausgefahrenen Stellen hat mittelst Erdbollen, Holz und Faschinen zu geschehen, Bäche und Gräben sind gehörig zu reinigen und mit Brücken zu versehen“. Ähn­liche Anweisungen „zur besseren Instandhaltung der sehr vernachlässigten Straßen und Wege in Cleve und Mark“ enthält auch das Edikt König Friedrich Wilhelms I. vom 25. 7. 1730. Und Friedrich II, der Große, weist in seinem am 7. 1. 1769 erlassenen Edikt auf die Nachteile des „schlechten Zustandes der in der Grafschaft Mark fast unbrauchbar gewordenen Wege“ hin, indem er betont, dass dadurch „das Commercium (Handel) gestöret, denen Reisenden, Fremden und Einheimischen die Communication (Förderung der Gemeinschaft) von einem Ort zum andern beschwerlich gemachet, auch die Felder durch die Neben-Wege verdorben, und dem Land-Mann großer Schade verursacht werde“. Er fährt dann fort: „Wir aber solchen Unordnungen länger nachzusehen, nicht gemeinet sind, sondern wollen, dass alle Wege in der Grafschaft Mark in solchen Zustand gestellet werden sollen, dass sie bey aller Jahreszeit gebrauchet, denen Reisenden die Passage erleichtert, und das Commercium ungehindert getrieben werden könne“. Diesem König­lichen Edikt war eine gedruckte Wegeordnung beigefügt und allen Magistraten, Ämtern und Vorstehern befohlen, „sich der Reparation und Herstellung der Wege mit mehrerem Ernst und Eifer, als bishero ge­schehen, anzunehmen, widrigenfalls Wir wegen der geringsten weiteren Versäumnis mit aller Strenge und allenfalls militärischer Execution (Zwangsvollstreckung) verfahren wollen“.

Doch alle diese Verordnungen haben, trotz der Androhung schwerer Strafe, keine durchgreifende Änderung der Verhältnisse herbeigeführt. Eine Besserung trat erst ein, als gegen Ende des 18. Jahrhunderts damit begonnen wurde, so genannte Kunststraßen (Chausseen) anzulegen. Die erste dieser Art, die von Wesel über Hagen, Kierspe, Meinerzhagen, dann durch einen Teil des Sauerlandes ging und weiter nach Siegen, Frankfurt führte, ist 1788-1794 gebaut worden. Iserlohn wurde von einer solchen Chaussee erreicht von Hagen aus über Letmathe im Jahre 1808. Sie wurde 1817-1819 weiter geführt über Westig nach Fröndenberg. 1819 konnte die Regierung in Arnsberg berichten, dass es in ihrem Regierungsbezirk zurzeit 97 Meilen Kunststraßen gäbe, von denen jedoch 20 noch nicht völlig ausgebaut seien. Die Bewohner des Ihmerter Tales mussten freilich noch einige Jahr­zehnte warten, bis auch sie eine solche Kunststraße erhielten. Das ge­schah in den Jahren 1854-1857 durch den Bau der Chaussee von Westig durch das Ihmerter Tal über Evingsen nach Altena. Wegegeld wurde noch bis 1913 von Fuhrwerken erhoben und Schlagbäume bezeichneten die Stellen, wo diese Abgabe zu entrichten war. Diese Straße machte das Reisen von Ihmert in die benachbarten Ortschaften, wie auch um­gekehrt, nicht nur angenehmer, sondern brachte auch dem Gewerbe, vor allem den Drahtziehereien, neuen Auftrieb. Draht konnte nun in größerem Umfang, bis über das Jahr 1900 hinaus noch mit Pferd und Wagen, herangefahren und nach Verarbeitung weiter versandt werden. Begünstigt wurde diese Entwicklung noch durch den in den 80er Jahren erfolgten Bau der Eisenbahnlinie Iserlohn - Fröndenberg mit der Bahn­station Westig. Die ersten Drahtfabriken entstanden im Ihmerter Tal, die lohnende Arbeit boten und den Zuzug neuer Familien, wie auch den Bau weiterer Wohnhäuser zur Folge hatten.

Zum Schluss noch einen Blick auf den Stand der Besiedelung des Ihmer­ter Tales am Ende des 19. Jahrhunderts.

Wertvolle Hinweise bietet die von der Regierung in Arnsberg veröffent­lichte tabellarische Übersicht des Ergebnisses der Volkszählung vom 1. 12. 1885. Sie ist darum von besonderem Interesse, weil sie nicht nur die Gesamtzahl der Gebäude und ihrer Bewohner, sondern auch die entsprechenden Angaben für die einzelnen Ortsteile enthält. Diese Aufstellung sei nun im Folgenden wiedergegeben und ergänzt durch eine Spalte mit den Zahlen der Einwohner, die sich auf Grund der Kirchen­bücher für das Jahr 1733 ergeben hatten. 

 

 

 

Zahl der Einwohner

 

Nähere

Bezeichnung

Wohn­-

gebäude

im Jahre 1885

am

1.1.1730

 

ev.

kath.

zus.

1. Dieckgraben

Gehöfte

6

48

2

50

17

2. Elfenfohren

2

18

18

3. Stemmessiepen

Haus

1

11

11

 

4. Tütebelle

1

10

10

5. Westendorf

Gehöfte

6

37

4

41

25

6. Ihmert

Dorf

35

248

8

256

162

7. Rottmecke

Gehöfte

2

14

14

8. Im Haßberge

Haus

1

5

5

9. Holmecke

Gehöfte

2

10

10

11

10. Ihmerterbach

Häuser

12

89

89

27

11. Johannestal

4

53

__

53

12. Ihmerterort

Gehöfte

2

16

16

13. Sülberg

2

31

31

14

14. Bredenbruch

Häuser

27

155

68

223

33

zusammen

103

745

82

827

289

Aus dieser Übersicht ist zu ersehen, dass es im Jahre 1885 im Ihmerter Tal insgesamt 103 Wohnhäuser mit 827 Einwohnern, und zwar 745 evan­gelischen und 82 katholischen, gegeben hat.

Vergleicht man diese Gesamtzahlen der Wohnhäuser und Einwohner mit denen von 1819, so ergibt sich bei den Wohn­häusern eine Zunahme um 35, also fast 50% und bei den Einwohnern eine solche von 447, demnach etwa 120%. Während in diesem Zeitraum die Zahl der evangelischen Bewohner um das Doppelte, von 370 auf 745 stieg, nahm die katholische Bevölkerung, die sich hauptsächlich in dem Ortsteil Bredenbruch konzentrierte, um das Achtfache, nämlich von 10 auf 82, zu.

Auch ein Vergleich der Zahlen der Einwohner von 1885 mit denen von 1730, die in den beiden letzten Spalten aufgeführt sind, ist bemerkens­wert insofern, als sich aus ihnen erkennen lässt, welche Ortsteile erst in diesem Zeitraum eine Besiedelung erfahren haben und wie die Einwohnerzahl derselben gewachsen ist.

Die Bevölkerung nimmt über das Jahr 1885 weiter zu und erreicht um 1900 die Zahl 1000.

Seit der Entstehung der ersten Ansiedlungen im Ihmerter Tal, die sich, wie diese Abhandlung ausführte, urkundlich seit 1450 nachweisen ließen, sind bis heute, dem Jahre 1960, rund 500 Jahre vergangen. Wo einst nur geschlossenes Waldgebiet war, sieht man heute Bauernhöfe und Fabrik­anlagen, von Gärten umgebene Wohnhäuser, gepflegte Felder und Wiesen. Diese Entwicklung ist zu verdanken der fleißigen Arbeit und zähen Ausdauer derer, die sich im Laufe der Zeit hier angesiedelt haben. In den ersten Jahrhunderten der Siedlungstätigkeit war zwar der Ertrag aus Landwirtschaft und Gewerbe gering und reichte nur für eine sparsame und bescheidene Lebenshaltung; aber man hielt an dem von den Vätern ererbten Besitz fest und blieb der Heimat treu. Daher leben hier noch heute Familien, deren Vorfahren zu den Siedlern zählen, die vor mehr als 2 und 3 Jahrhunderten sich im Ihmerter Tal nieder­gelassen haben.

geschrieben von Pfarrer Karl Thom
entnommen aus "Der Schlüssel" 1961 - Die Besiedelung des Ihmerter Tals

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