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100 Jahre Männergesangverein „Sängerbund" Ihmert

Man hat uns Deutschen oft vorgehalten, wir neigten dazu, für all unsere Interessen Organisationen zu schaffen, in denen wir diesen Neigungen nachgehen könnten. Man sprach sogar mal von einem Volk der „Vereinsmeier".

Gerade in der Gegenwart werden überlieferte Formen des Vereinslebens in Frage gestellt. Dabei ist es auch bei Menschen anderer Völker üblich, dass sie sich dort zu Vereinen oder Clubs zusammenschließen. Je nach Wert und Inhalt zerfallen diese aber schnell wieder, zumal wenn es sich nur um Oberflächliches handelt.

Kann man das auch von einem Männergesangverein einer Dorfgemeinde sagen, der 1992 seine 100jährige Vereinsgründung feiern kann? Ich würde diese Frage mit einem klaren „Nein" beantworten. Im Gegenteil, es lohnt für Alteingesessene und Zugezogene, sich mit dem Werden und Wirken dieses aus dem Dorfleben nicht wegzudenkenden kulturtragenden Vereins zu beschäftigen.

Unser Jubiläum bedeutet auch: 100 Jahre intensive Pflege der örtlichen Gemeinschaft und der Öffnung für das Erkennen der Probleme des anderen und die daraus folgernde Hilfe. Dem Chronisten ist es allerdings in diesem Rahmen unmöglich, sämtliche Aktivitäten aufzuführen. Zu umfangreich und zu vielschichtig waren die Programme während dieses Jahrhunderts. Darüber hinaus ist es wünschenswert, dass sich bisher Abseitsstehende angesprochen fühlen und den Weg in unseren Verein finden. Wer gerne aktiv mitsingen möchte, ist jederzeit willkommen. Er wird feststellen, dass Singen Spaß macht.

Im Juli 1892 fanden sich 28 sangesfreudige Männer in Ihmert zusammen, um in einem Verein, dem späteren MGV „Sängerbund" Ihmert zu singen und das deutsche Lied zu fördern und es weiteren Kreisen als Volksgut nahe zu bringen. Die Leitung dieser neugegründeten Vereini­gung übernahmen die Sangesbrüder Friedrich Heer als Präses, Otto Berkenhoff, Heinrich Hense, Carl Edelhoff und Wilhelm Kosten Zum ersten Dirigenten wählte man den an der Ihmerter Schule unterrichtenden Lehrer Heitmann. Pfingsten 1896 konnte man unter Mitwir­kung auswärtiger Vereine das erste Stiftungsfest feiern. Hier wurde auch die Vereinsfahne geweiht, die seitdem die Mitglieder zu besonders feierlichen Anlässen, aber auch bei Beerdi­gungen, begleitet. Voller Stolz sind wir, dass diese Fahne nach einer gründlich n Restaurie­rung im Jubiläumsjahr 1992 wieder der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. Schon 1904 beteiligte sich der MGV „Sängerbund" Ihmert unter seinem neuen Dirigenten, dem Lehrer Jung aus Dahle, erfolgreich an einem Wettstreit in Herdringen.

Nach mehrfachem Wechsel der Vorsitzenden und Dirigenten übernahm Julius Sülberg im Jahre 1905 das Amt des Vorsitzenden und 1909 der Lehrer Ernst Hagedorn das Dirigenten­amt. Er formte den Chor in den folgenden Jahrzehnten durch seine stete, beharrliche Arbeit zu einem beachtlichen Klangkörper.

Schon 1912 konnte der Männergesangverein zu seinem 20jährigen Bestehen einen Gesang­wettstreit mit 14 Gesangvereinen in Ihmert ausrichten.

Leider wurde der regen Vereinstätigkeit mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges Einhalt gebo­ten. Acht treue Sänger kamen nicht wieder zurück.

Trotz der schwierigen ersten Nachkriegsjahre schlössen sich die Ihmerter Sänger unter ihrem Vorsitzenden Gustav Schüngel und unter der Stabführung von Lehrer Hagedorn schon 1919 wieder zusammen. Man konnte schon bald wieder einen öffentlichen Auftritt wagen und 1922 bereits das 30jährige Vereinsjubiläum feiern. Die Zahl der aktiven Sänger stieg bis auf 46 an. Die Erfolge bei vielen Wettstreiten, Konzerten und Mitwirkung bei Sängerfesten der Nachbar­vereine in den folgenden Jahren blieben nicht aus.

Im März 1936 legte Gustav Schüngel sein Amt als 1. Vorsitzender nieder, zu seinem Nachfol­ger wurde Herbert Erdmann gewählt. Hauptlehrer Ernst Hagedorn nahm 1939 seinen Abschied. Er konnte sein Amt als Chorleiter beruhigt an den Sangesbruder Paul Schüngel übergeben. Leider wurde auch er, wie viele Sänger, kurze Zeit später zum Kriegsdienst ein­berufen, von dem er, wie sechs weitere aktive Sänger, nicht heimkehrte.

Trotz der Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre fanden sich schon am 16. September 1945 wieder bisherige Mitglieder zusammen, um die Vereinstätigkeit neu zu beleben und im Chor­gesang neuen Mut und neue Kraft zu finden. Robert Roels wurde mit Genehmigung der Besatzungsmächte zum neuen Vorsitzenden gewählt. Herr Ernst von der Heyden wurde der neue Chorleiter, und bereits im Jahre 1947 konnte er mit den Ihmerter Sängern zum ersten Wettstreit nach dem Kriege beim MGV „Liederkranz" Hohenlimburg antreten. Das erste Konzert in der Gemeindehalle folgte.

Als Robert Roels wegen seiner angegriffenen Gesundheit Anfang 1948 von seinem Posten zurücktrat, wurde der aktive Sänger Carl Edelhoff zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Unter ihm erlebte das Vereinsleben eine neue Blüte, die Mitgliederstärke stieg bis auf 67 Aktive. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass die große Sängerschar sich auf ihre öffentlichen Auftritte gut vorbereitete, wie im Juli 1949 in Gummersbach, 1950 in Frönsberg, 1951 in Gerlingsen, 1952 in Westig und Sundwig.

Daneben war noch genug Zeit, um die Geselligkeit innerhalb des Vereins zu pflegen. Ältere Mitglieder denken noch gerne an die erste größere Vereinsfeier 1948 in der Gemeindehalle zurück und an die Fahrt der ganzen Sängerfamilie nach Bad Wildungen, mit einem Konzert im Kurpark.

Im Juli 1952 veranstaltete der MGV „Sängerbund" Ihmert das erste große Zeltfest nach dem Kriege. Es wurde ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.

Anlässlich des 60jährigen Bestehens wurde auf Hülters Wiese ein Freundschaftssingen mit 19 Gastvereinen durchgeführt. Sehr stark beteiligten sich die übrigen Ortsvereine, ja die gesamte Bevölkerung. Man hatte in den langen Kriegsjahren auf vieles verzichten müssen, viel musste nachgeholt werden, jede Gelegenheit zum Feiern und Fröhlichsein wurde genutzt. Die Protokolle über die hundertjährige Geschichte des Vereins sagen aus, dass nicht immer nur zu freudigen Anlässen gesungen wurde. Manches Lied erklang auch auf dem Friedhof für verstorbene Vereinsmitglieder.

So war es 1953, als der Ehrendirigent Ernst Hagedorn und 1955, als der verdiente Chorleiter Ernst von der Heyden starb. Ein Gesangverein ist in seinen musikalischen Leistungen besonders abhängig von der Per­son und dem Können seines Chorleiters. So waren wir froh, dass wir bald nach Ernst von der Heyden's Tod in Musikdirektor Fritz Tusch einen befähigten Nachfolger gefunden hatten, der neben seinen zahlreichen Vereinen auch noch die musikalische Leitung des MGV „Sänger­bund" Ihmert übernahm. Diese besonders aktive und erfolgreiche Chorarbeit dauerte bis 1980. Schon im März 1956 stellte sich der Chorleiter mit seinen Sängern und dem Kinderchor der Gemeinschaftsschule Ihmert in einem wohlgelungenen Konzert dem Ihmerter Publikum vor. Ermutigt durch diesen Erfolg folgten in den nächsten Jahren Gesangsdarbietungen in der Gemeindehalle, die als Stuhlreihenkonzerte oder auch mit anschließendem Tanz auf­gezogen waren. Zur Mitwirkung waren gewonnen Chöre und Solisten oder Orchester, wie der Essen-Steeler Kinderchor, das Akkordeonorchester Iserlohn, die „Bückeburger Jäger", der Bassist Louis Edward Smart und viele andere.

Ein Fehlen des Männergesangvereins Ihmert bei Jubiläen der Ortsvereine, der Firmen oder Banken oder bei offiziellen Veranstaltungen der früheren Gemeinde Ihmert o. ä. ist einfach nicht vorstellbar. Dadurch wird immer wieder die Notwendigkeit des Zusammenhalts sämt­licher Vereine innerhalb eines Gemeinwesens bewiesen, um auch nicht dem Sog der nahen Städte oder der mehr und mehr aufkommenden Medien zu erliegen. Tradition und Eigenarten können so besser und dauerhafter bewahrt werden.

Der Wettstreit in Albersloh im Juni 1957 stellt einen Höhepunkt im musikalischen Leben des MGV dar. Mit dem 1. Klassen-, 1. Ehren-, 1. Hauptehren-, dem Höchst- und dem Dirigentenpreis kehrten die Sänger stolz am Abend zurück. Diese Auszeichnungen waren der Lohn für intensives und ernsthaftes Proben.

Übrigens zu den Proben: Jeder Gesangverein benötigt ein geeignetes Probenlokal. Bis 1944 und ab 1948 fand man im Saal Rose sein Zuhause. Zeitweise war es notwendig, den Raum mit einem Industrieunternehmen zu teilen und ihn für den Probenbetrieb herzurichten. Alle Sangesbrüder begrüßten es dankbar, dass ihnen 1954 durch einen Erweiterungsbau der „Gaststätte zur Post" bessere Übungsmöglichkeiten geboten wurden. Hier fühlt sich der Verein auch heute noch heimisch.

An der Spitze des Vereins gab es 1960 den nächsten Wechsel. Der langjährige Vorsitzende Carl Edelhoff trat aus gesundheitlichen Gründen zurück, er wurde einstimmig zum Ehren­vorsitzenden ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde der Sangesbruder Heinrich Koch gewählt. Ihm stand weiterhin der langjährige 2. Vorsitzende Herbert Middendorf zur Seite (die­ser gab sein Amt erst 1976 nach 28jähriger Tätigkeit ab).

1962 fand in Essen das deutsche Sängerbundfest statt. Im Rahmen der Chorgemeinschaft Tusch beteiligten sich auch unsere Sänger. Hier waren Tausende von Sängern aus der ganzen Bundesrepublik angereist, die treffend unter Beweis stellten, dass der deutsche Männergesang, trotz der immer stärker auftretenden Massenmedien, einen kulturell hoch stehenden Faktor innerhalb der menschlichen Gesellschaft darstellt. Jedem Teilnehmer brachte es die Gewissheit, dass die Pflege des deutschen Liedes, mit Fleiß und Ernst betrieben, dem Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Vereins, aber auch des ganzen Volkes dient.

Gründlich vorbereitet war das Jubiläumsfest zum 75jährigen Geburtstag des MGV „Sänger­bund" Ihmert, das am 3., 4. und 5. Juni 1967 in einem großen Zelt auf dem Westendorf gefeiert wurde. Nach einer Kranzniederlegung am Ehrenmal führte ein langer Festzug bei Teilnahme aller Ortsvereine von der Schule zum Festplatz. Nach den Begrüßungsreden des Vorsitzen­den Heinrich Koch, des Bürgermeisters Rudolf Machelett und des Sängerkreisvorsitzenden Erich Busch kam per lief dann ein Freundschaftssingen an zwei Tagen mit 28 Gastvereinen ab. Ein aufmerksames Publikum spendete den hier aufgetretenen Vereinen lebhaften Applaus. Die engagierte Bayernkapelle Palmer sorgte an allen Tagen bis in die frühen Morgenstunden für ein stets volles Zelt. Jung und alt waren eine fröhliche Gemeinschaft. Der Montag nach mit­tag gehörte ganz den Kindern. Dafür hatten die Ihmerter Schulkinder ein Programm vorberei­tet, das in dem restlos überfüllten Festzelt mit viel Beifall aufgenommen wurde. Der Abend stand ganz im Zeichen der Dorfvereine, die das Fest der Sänger begeistert mitfeierten und einige Beiträge zur Mitgestaltung einbrachten. Acht junge Ihmerter meldeten sich als aktive Sänger neu an. Damit ging ein Sängerfest zu Ende, das in Ihmert ganz im Zeichen des Liedes gestanden hatte und für den gastgebenden Verein ein großer Erfolg wurde.

Auch in der Folgezeit gab es neben den normalen Chorstunden noch etliche frohe und unter­haltsame Stunden. Sie haben mit dazu beigetragen, dass der MGV „Sängerbund" heute noch so aktiv sein kann. Im Jahre 1967 bildete sich eine Partnerschaft der politischen Gemeinde Ihmert mit der nordfranzösischen Stadt Beuvry. Bei der Unterzeichnung der Partnerschafts­urkunde in der Ihmerter Gemeindehalle waren wir—wie immer—beteiligt. Mit einigen Liedern umrahmten wir diesen feierlichen Akt, im Gegenzug fuhren wir im Mai 1970 selbst nach Beuvry, veranstalteten hier mehrere Konzerte und lernten die große Gastfreundschaft der Franzosen schätzen. Das Sinfonieorchester Beuvry erwiderte unseren Besuch am 8. Mai 1971. Wir gestalteten mit diesen Musikern einen vielbeachteten Konzert- und Tanzabend in der Ihmerter Halle.

Unser Vorstand verstand es immer wieder, in Gemeinschaft mit unserem Chorleiter, unseren treuen Zuhörern stets etwas Besonderes zu bieten. So trat im Rahmen unseres Konzerts der farbige Bassist Louis Edward Smart am 26. April 1969 in der Gemeindehalle auf. Alle waren von seinem Vortrag von Schumann-, Schubert- und Brahmsliedern ebenso begeistert wie bei den Negro Spirituals.

Anläßlich eines am 30. Mai 1970 durchgeführten Kreisleistungssingens qualifizierten wir uns für die nächst höhere Stufe, das Bezirksleistungssingen.

Im gleichen Jahr konnten wir die „Bückeburger Jäger" für ein Wunschkonzert gewinnen. Unsere 80jährige Vereinsgründung konnten wir mit einem Jubiläumskonzert am 6. Mai 1972 feiern. Damals wirkten wieder der Evingser Männerchor und das Akkordeonorchester Iserlohn mit. Es war nämlich zu natürlich, da wir von dem gleichen Chorleiter betreut wurden, dass sich zu den Evingser Sängern ein besonders freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Wir besuchten uns gegenseitig zu unseren Veranstaltungen oder wirkten sogar dabei mit. Es zeigte sich aber auch, wie sehr sich unser Musikdirektor Tusch engagierte. In den Chor­stunden wurden für unsere Konzerte oder für die Teilnahme an Freundschaftssingen, Wett­streiten, für Familienfeiern, Ausflüge usw. fleißig geprobt, aber die Arbeit hat sich gelohnt.

Besonders hart getroffen wurde der Verein 1974 durch den Tod unseres 1. Vorsitzenden Hein­rich Koch. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb er am 19. April im Alter von nur 53 Jahren.

Der erste Schriftführer unseres Vereins schreibt hierzu in seinem Protokoll über das Jahr 1974:... „Heinrich Koch wurde im wahrsten Sinne des Wortes mitten aus seiner Arbeit geris­sen. Sein Verlust kam für uns alle viel zu plötzlich. Wir alle waren erschüttert. Heinrich Koch gehörte dem MGV .Sängerbund' Ihmert seit März 1938 an. Im November 1963 wurde ihm die Silbernadel des Deutschen Sängerbundes für 25jährige Mitgliedschaft verliehen. Seit Januar 1948 war er Vorstandsmitglied. Er fungierte zunächst als 2. Schriftführer und wurde 1960 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Voll Idealismus, mit Tatkraft und persönlichem Einsatz hat er den Verein 14 Jahre geführt, und zurückblickend können wir sagen: Er war ein vorbildlicher 1. Vorsitzender, ein Idealist, der uns sehr fehlen wird."

Herbert Middendorf übernahm bis zur Wahl eines neuen 1. Vorsitzenden die Führung unseres Gesangvereins.

Die Wahl des neuen 1. Vorsitzenden erfolgte in der Jahreshauptversammlung am 4. Januar 1975. Einstimmig wurde dem bisherigen 1. Kassierer Walter Schulte das Vertrauen und die Fähigkeit zur Übernahme dieses verantwortungsvollen Amts ausgesprochen. Wir Sänger können heute nach mehr als 16 Jahren unserem Walter Schulte bestätigen, dass wir in ihm einen würdigen Nachfolger gefunden haben, der mit viel Geschick und Tatkraft diese Aufgabe meistert. Er zeichnet sich mit Heinz Althaus und anderen aus, dass er bei kaum einer Veranstal­tung gefehlt hat. Er ist auch darin allen Sängern ein Vorbild.

Am 24. April 1975 führten wir mit dem Mandolinenorchester Hohenlimburg ein Frühlings­konzert in der Gemeindehalle durch.

Schon im April 1976 traten wir wieder an die Öffentlichkeit mit einer Veranstaltung mit dem Polizeiorchester Dortmund. Wir hatten damit wieder einen guten Griff getan. Das bewies, dass unser treues Ihmerter Publikum beim Konzert und anschließendem Tanz begeistert mitging.

Die Notwendigkeit der gemeinsamen Unterstützung bewiesen des öfteren die Männer des Spielmannszuges Ihmert oder der 2. Kompanie des BSV Ihmert. Wir übernahmen dafür den Thekendienst und die Bewirtung bei ihren Festen.

Vor Jahresschluß 1976 konnte unser Chorleiter Musikdirektor Fritz Tusch sein 50jähriges Diri­gentenjubiläum und seine 25jährige Zugehörigkeit zum Vorstand des Sängerkreises Iserlohn feiern. In einer würdigen Veranstaltung in der Aula der Nordfeldschule Letmathe war es klar, dass vor vielen geladenen Gästen auch die sieben Vereine der Chorgemeinschaft Tusch auf­traten. Dem Jubilar schlug eine Welle der Sympathie und des Dankes entgegen. Nachträglich wurde Fritz Tusch noch mit dem Bundesverdienstorden für seine 50jährige Chorleitertätigkeit ausgezeichnet.

Zum Frühjahrskonzert 1977 hatten wir den Hüingser Kinderchor eingeladen. Unter dem Motto „Froh und beschwingt" sangen wir zuerst Wander- und Frühlingslieder, dann drei tsche­chische Tanzlieder, den Kosakenritt und Csardas von Groll. Höhepunkt war sicherlich die Kantate „Heimat" von Rein, die von Männerchor und Kinderchor gemeinsam vorgetragen wurde.

Im Dezember sangen wir den Patienten der Lungenklinik Hemer einige Weihnachtslieder und bereiteten den kranken Menschen damit eine große Freude.

In 1978 standen nicht so viele Termine auf unserem Plan, wie in den vergangenen Jahren. Unter dem Motto „Wie es Euch gefällt" stand am 21. Oktober unser Chor- und Blasorchester-Konzert. Diesmal hatten wir die Chris-Martin-Band aus Hemer für den Tanzabend verpflichtet. Ein Höhepunkt des Vereinslebens in 1979 war sicherlich unser Dorfabend am 27. Oktober, zu dem wir besonders alle Sängerfreunde und passive Mitglieder mit ihren Frauen eingeladen hatten. Als Initiator hatte sich mal wieder unser Sangesbruder Reinhard Schmidt bewährt. Er hatte ein buntes Programm zusammengestellt, das von der guten alten Zeit (Pferde zu Vieren, Rheinischer Fuhrmann, Klaus von Hoerde, Hoch auf dem gelben Wagen, Mühle im Schwarzwald) bis hin zum Wein im goldenen Oktober der Jetztzeit reichte (Faß im tiefen Keller, In jedem vollen Glase Wein, Im Krug zum grünen Kranze u. a.).

Mit einem Jubiläums- und Abschiedskonzert haben wir am 2. November 1980 unseren lang­jährigen Chorleiter Musikdirektor Fritz Tusch verabschiedet. Über 25 Jahre hat er unseren Chor geleitet und mit seinem großen musikalischen Können unseren Chor geformt und ihn immer wieder zu neuen Höchstleistungen geführt.

Im ersten Teil dieses Konzertes standen Schubertlieder auf dem Programm, im zweiten Teil Arien und Chöre aus Opern und im dritten Teil Melodien aus Operetten und Musicals. Es wirk­ten ferner mit der Frauenchor Evingsen und drei Solisten der Städtischen Bühnen Dortmund. Unser Protektor Herbert Wagner sprach sicherlich im Namen aller Konzertbesucher, als er Fritz Tusch Dank sagte für die vielen schönen Stunden, die er den Ihmerter Freunden des Gesangs mit dem Männerchor in den 25 Jahren seines Wirkens bereitet hat. Es war selbst­verständlich, dass Fritz Tusch zum Ehrendirigenten des MGV „Sängerbund" Ihmert ernannt wurde.

Zum Ende des Jahres 1980 war der Vorstand von den aktiven Sängern beauftragt worden, sich um die Verpflichtung eines neuen musikalischen Leiters für unseren Chor zu bemühen. Er wurde in der Person des jungen Musikers Michael Schmoll gefunden. Schon am 10. Januar 1981 hatten wir unsere erste Chorstunde mit unserem neuen Dirigenten. Nach wenigen Wochen waren sich alle Sänger darin einig, dass wir mit der Wahl von Michael Schmoll einen guten Griff getan hatten. Es konnte bei unserem ersten Konzert unter seiner Leitung am 24. Oktober 1981 bewiesen werden, dass unser Verein auch künftig dem Ihmerter Publikum gute und anspruchsvolle Chormusik bieten wird.

Im ersten Teil unseres Programms wurden „Melodien der Welt" geboten, im zweiten „Das Trin­ken lernt der Mensch zuerst" und im dritten Teil Chöre unter dem Motto „Ergraut, doch immer jung". Zu unseren vereinseigenen Solisten Reinhard Schmidt und Klaus Knoche stießen jetzt noch Martin Werner mit seiner Harmonika und erstmals Ute Schmoll mit der Querflöte. Unser Chorleiter stellte sich als hervorragender Pianist vor. Die Zuhörer in der Gemeindehalle waren begeistert.

Das Jahr 1982 stand ganz im Zeichen unseres 90jährigen Bestehens. Zum „Singen unter Freunden" waren im April etwa 400 Sängerinnen und Sänger benachbarter oder mit uns befreundeter Chöre eingeladen, die uns in ihrem Gepäck einige Lieder als Geschenk an diesem musikalischen Abend unseres Chores in der Gemeindehalle überreichten. Bei dem Festkonzert im November konnte sich unser Chor mit den vielfältigen Möglichkeiten des Chorgesangs vorstellen. Die Solisten aus den eigenen Reihen: Klaus Knoche und Reinhard Schmidt konnten voll überzeugen.

Ein besonderes Ereignis im Jahre 1983 war eine Matinee-Veranstaltung zum 70. Geburtstag des Sängerkreisvorsitzenden Erich Buschkämper. In dieser Feierstunde sangen wir mit den früheren Tusch-Chören.

Nach längerer Krankheit verstarb unser Ehrendirigent Fritz Tusch am 3. Dezember 1984. Unter Teilnahme vieler Sänger wurde er am 6. Dezember beigesetzt. Der Sängerkreis Iserlohn, und damit auch der MGV „Sängerbund" Ihmert, verloren mit ihm einen hervorragenden Chorleiter und väterlichen Freund.

Für das Jahr 1983 ist noch unsere zweitägige Fahrt nach Würzburg nachzutragen. Es war sicherlich ein besonders schönes und harmonisches Zusammensein. Diese Fahrt hatte bei der ganzen Sängerfamilie soviel Anklang gefunden, dass wir uns schon im September 1984 zu einer neuen zweitägigen Fahrt entschlossen, diesmal nach Bamberg. Auch dieses Unterneh­men kann als sehr gelungen angesehen werden.

Bei einem Konzert am 11. Mai 1985 brachten wir wieder einen musikalischen Querschnitt von der Klassik bis zum modernen Musical. Erstmals wurden wir verstärkt durch die junge Sopra­nistin Annamaria Szigeti.

Das herausragende Ereignis im Jahre 1986 war zweifelsohne eine fünftägige Konzertreise nach Wien. Außer dem Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten der Stadt und gemütlicher gemeinsamer Stunden im Weinkeller in Gumpoldskirchen, hatten wir im Rahmen der Aktion „Lebendige Weihnacht in Wien" noch Auftritte im Rathaus, in der Kapuzinerkirche, in einem Seniorenheim und im Stephansdom. Unser Chorleiter Michael Schmoll hatte ein Programm zusammengestellt, das sowohl weihnachtliche, kirchliche als auch fröhliche Lieder enthielt. Zum ersten Mal sangen wir vor Tausenden. Selbst Wiener Bürger auf dem Weihnachtsmarkt waren unsere aufmerksamen und uns starken Beifall spendenden Zuhörer.

Mit einem Konzert und anschließendem Tanz konnten wir mit benachbarten Chören am 4. April 1987 unser 95jähriges Bestehen feiern. Wir hatten hierzu die beiden Evingser Chöre, den Männer- und Frauenchor „Euterpe" Bredenbruch und den MGV Lüttringen eingeladen. Unter dem Leitspruch „Freude bringen, dem Freunde singen" erzielten die mitwirkenden Vereine starken Beifall in der vollbesetzten Halle. Neben vielen Ständchen zu mancherlei Anlässen (wie Neujahrsempfang der Stadt Iserlohn, 100 Jahre „Eintracht Lössei", Sommerfest „Euterpe" Bredenbruch, Iserlohner Stadtsingen, Hemeraner Herbsttage, Burgsingen Altena, Bank- und Firmenjubiläen), wirkten wir außerdem mit den übrigen Ortsvereinen bei der Festwoche im September „500 Jahre Ihmert" mit. Es war immer etwas los in Ihmert! Alle machten mit: Handwerk und Industrie, Kirche, Kindergarten, Einzelpersonen und natürlich sämtliche Vereine. In der Ortsmitte reihte sich Stand an Stand, jede Organisation stellte sich vor, Bude stand neben Bude, Zelt neben Zelt. Es waren wohl noch nie soviel Menschen in Ihmert auf den Beinen wie beim sonntäglichen großen Festzug mit historischen Motiven. Unendlich viele Zuschauer säumten die Straßen. Die einhellige Meinung aller zu dieser Festwoche: Das war einmalig!!

Das dritte bedeutende Ereignis des Jahres 1987 war für uns Sänger zweifelsfrei das Leistungssingen der Stufe 1 in der Oetker-Halle in Bielefeld. Unsere Vorträge (als Wahlchor „Der Sommer" von Lissmann, als Volkslied „Der Mond ist aufgegangen") wurden mit der Note „sehr gut" bewertet. Die gründliche und fleißige Probenarbeit mit unserem Chorleiter Michael Schmoll hatten sich also gelohnt.

Leider haben wir auch wieder ein trauriges Ereignis aus diesem Jahr zu vermelden. Unser aktiver Sänger — und seit 1978 auch Protektor unseres Vereins — Herbert Wagner, starb nach kurzer schwerer Krankheit am 27. Februar1987. Mit ihm haben wir einen Sänger voller Tatkraft und starkem Engagement für unseren Verein verloren. Wir haben Herbert Wagner viel zu verdanken.

Die Aktivität unseres Gesangvereins drückt sich darin aus, dass wir z. B. im Jahre 1987 ein­schließlich aller Chorproben, Ständchen, Wanderungen, Ausflüge, Teilnahme an Freund­schaftssingen, Konzerten, Feiern usw. 67mal zusammenkamen. Dann ist es schon etwas besonderes, wenn einzelne Sänger sich durch regelmäßigen Besuch dieser Vereinsaktivitä­ten auszeichnen. Wie so oft vorher, war es auch 1987 unser Heinz Althaus, der bei jeder Chor­stunde, bei jedem Ständchen dabei war. Er fehlte nicht einmal!

Beim ersten Bürgertreff in der Gemeindehalle, der zu Beginn des Jahres 1988 vom Bürger­schützen-Verein Ihmert ausgerichtet worden war, sangen wir selbstverständlich einige Lieder und blieben einige Stunden mit den Mitgliedern der anderen Ortsvereine gemütlich zu­sammen.

Die Himmelfahrtswanderung führte uns in diesem Jahr wieder nach Kesbern. Hier sangen wir unseren zahlreichen Freunden wieder ein Ständchen, um den Tag dann später in der Gaststätte Daute ausklingen zu lassen. Besonders freundlich werden wir immer zuerst von unserem Sängerfreund Willi Jochheim und seiner Familie im Meerbrauck erwartet. Traditio­nell werden wir hier stets nett bewirtet. Zu unserer gemeinsamen Freude singen wir dann auch hier einige Lieder.

Die Höhepunkte des Vereinsgeschehens lagen besonders in der zweiten Jahreshälfte. Wir hatten uns gut auf das Herbstkonzert vorbereitet, das am 8. Oktober 1988 unter dem Thema „W" (Wald, Wandern, Wein) stattfand. Unsere in Ihmert schon bestens bekannte Sopranistin Annamaria Szigeti wirkte mit und trug mit unseren vereinseigenen Solisten sehr zum Gelin­gen des Abends bei. Nach den Klängen der siebenköpfigen Kapelle (Convoy Tramps) tanzten die vielen Besucher bis in den Morgen.

Den absoluten Glanzpunkt im Jahre 1988 bildete aber die Vereinsfahrt vom 14. bis 19. Oktober nach Norditalien. Unser Kassierer Hans-Friedrich Schepper hatte auch diese Reise als Rei­seleiter wieder mustergültig vorbereitet. Mit Unterstützung einiger Helfer und der Betreuung im Bus durch Mary und Berthold Schönenberg verlebten wir sechs unvergessliche Tage. Unser Vereinswirt Braun hatte jeden Sänger mit einem Lunchpaket für die Fahrt versorgt. Unsere Müdigkeit war in der Morgenfrühe beim ersten größeren Zwischenstopp an der Europabrücke am Brenner wie verflogen. Hier wurde gefrühstückt, der Tag wurde musikalisch begrüßt. Es war ein einmaliges Erlebnis! Am frühen Nachmittag konnten wir unsere Hotelzim­mer in Bardolino am Gardasee beziehen. Unsere Betreuerin Elena erwartete uns hier schon. Am nächsten Morgen brachte uns unser Fahrer Berthold mit seinem modernen doppelstöckigen Bus zuerst nach Verona. Hier im Dom gestalteten wir eine Messe mit. Nach einer Stadt­besichtigung besuchten wir die Arena. Wir waren bei unserem Gesang von der fabelhaften Akustik begeistert. Unsere Freude übertrug sich schnell auf die zahlreichen Besucher im weiten Rund dieser Arena. Mit einer italienischen Reisegruppe musste unbedingt der Triumph­marsch aus „Aida" angestimmt werden. Es ist klar, dass sich Frau Luise Wagner über unser Geburtstagsständchen in dieser historischen Umgebung besonders freute. Einige frohe Stunden mit Tanz, Bardolino-Wein und vielen Liedern verbrachten wir am Abend in einem Weinkeller außerhalb der Stadt. Unter dem lautstarken Beifall der ganzen Reisegruppe veranstalteten dann einige Mitreisende noch um Mitternacht ein Wettschwimmen im hotel­eigenen Schwimmbad. Am nächsten Tag fuhren wir nach Venedig, um auch hier die Sehens­würdigkeiten der Stadt zu besichtigen. Gut gefiel uns auch die Fahrt mit der Gondel auf dem Canale Grande. Unser Fahrer Berthold fuhr uns am nächsten Tag nach Mailand, damit wir hier die Scala, die Fußgängerzone und den Dom sehen konnten. Mäuschenstill war es in dem weltbekannten Gotteshaus, als wir auch hier unsere Chöre vortrugen. Überglücklich von dem Erlebten erreichten wir am späten Abend des 19. Oktober wieder unser „Heimatdörfchen".

Wiederholt gestalteten wir in den letzten Jahren kirchenmusikalische Feierstunden mit anspruchsvoller Chormusik in der evangelischen Kirche in Ihmert. Die Zusammenarbeit ver­stärkte sich besonders, nachdem unser Chorleiter Michael Schmoll das Organistenamt in der Gemeinde übernommen hat. Es ist eine Freude, dem inzwischen zum Professor für Musik­theorie an der Hochschule für Musik in Heidelberg ernannten Michael Schmoll an der neuen Orgel zuzuhören. Es bleibt zu wünschen, dass er auch weiterhin, trotz einer zusätzlichen Tätig­keit als Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Dortmund und am Konservatorium in Osnabrück, in Ihmert bleiben kann.

Zahlreiche Ereignisse führten die Sänger des MGV „Sängerbund" Ihmert auch im Jahre 1989 wieder zusammen. Im ersten Halbjahr war es besonders die erfolgreiche Teilnahme am Bezirksleistungssingen in Bad Sassendorf. Der Aufgabechor wurde mit „sehr gut", der Wahlchor und das Volkslied mit „gut" bewertet. Das war der Lohn für wochenlanges fleißiges Proben.

Unsere Arbeit in der zweiten Jahreshälfte konzentrierte sich besonders auf die Vorbereitung unseres Herbstkonzertes. Unter dem Generalthema „Musikalische Liebeserklärung" wurde wieder mit Annamaria Szigeti eine breite Auswahl an Chorwerken geboten (von festlichen Lie­dern bis zum Thema Gott, Natur, Heimat über Silcher-Lieder bis hin zu Original-bayrischer Musik). Unser Chorleiter hatte ein Programm zusammengestellt, das bei den Zuhörern in der voll besetzten und auf bayrisch dekorierten Gemeindehalle gut ankam. Der Vorsitzende des Sängerkreises Heinz Wieschendahl überreichte vor Jahresabschluß unserem Vorsitzenden Walter Schulte die bronzene Ehrenplakette des Sängerbundes NRW für seine jahrelange Arbeit als Vereinsvorsitzender. Die Sänger sangen ein Ständchen und gratulierten ihrem Walter Schulte für über 25jährige Vorstandsarbeit.

Auch im Jahre 1990 gab es für uns Sänger neben den vielen sonstigen Aktivitäten wieder zwei herausragende Ereignisse: einmal unsere fünftägige Konzertreise nach Bled (Slowenien) und dann zwei Wochen später das damit in Beziehung stehende Thema unseres Konzerts „Die Welt ist voll Musik". Am 5. Oktober um 22 Uhr fuhr unser doppelstöckiger Reisebus vollbesetzt ab Ihmert. In zügiger Fahrt ging es gen Süden. Am nächsten Morgen erreichten wir um sieben Uhr die österreichische Grenze. Dann ging es weiter in Richtung Klagenfurt, über den Loibl-Paß nach Ribno in Nordjugoslawien. Gleich am ersten Abend hatten wir unser erstes Konzert in Bled. Am nächsten Morgen fuhren wir zu einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden Wallfahrtskirche in Brezje, die an diesem Tage zur Basilika geweiht werden sollte. In der Messe sangen wir die von Michael Schmoll komponierte Messe und das „Amen Halleluja". Anschließend wollten wir zu dem Wintersportort Kranjska Gora fahren, aber unser Bus ließ uns zunächst im Stich. Wir mussten ihn anschieben und konnten dann später erst die großen Sprungschanzen sehen, auf denen schon Europa- und Weltmeisterschaftsspringen aus­getragen wurden. — Wir besuchten Verwandte eines Mitreisenden, probierten Slibowitz und Gebäck. Ein schöner Tag war zu Ende.

Am folgenden Tage stand auf unserem Programm: Besichtigung des Gestüts und der Reit­schule Lipizza, dann weiter zu der Höhle von Postojna (in einer riesigen Halle dieser Tropf­steinhöhle sangen wir natürlich einige Lieder), dann ging es weiter zu einer Stadtrundfahrt durch Ljubljana und anschließender Weinprobe in Jugoslawiens größter Vinothek. Am folgenden Tag konnten wir die Stadt Bled mit dem Schloß Blejskigrad besichtigen (unser Sangesbruder Herbert Broweleit bekam hier sein Geburtstagsständchen). Dann ließen wir uns in vier Dschunken zu der mitten im See gelegenen Insel rudern. Die Inselkirche bot den äußeren Rahmen für unsere Liedvorträge. Der Abschlußabend im Hotel mit gutem Essen und Trinken war Spitze! Eine Original-Oberkrainer Kapelle spielte zum Tanz auf. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Es war wieder eine Reise mit vielen Ge­sangsauftritten, Besichtigungen, geselligen Stunden — eine Reise, die uns wieder als zu kurz vorkam.

Wir waren erst wenige Tage wieder zurück, als unsere vereinseigenen „Künstler" mit den Vor­bereitungen für unser Konzert begannen. Klaus Knoche zauberte in vielen Stunden mit Fleiß eine Ablichtung unseres Reisebusses als Dekoration auf die Bühne der Gemeindehalle. Rudolf Hülter und Sohn arbeiteten intensiv an der Prägepresse zur Anfertigung der Buttons. Sie konnten den Konzertbesuchern fristgerecht am 27. Oktober überreicht werden. Über­haupt setzten sich alle Sänger ein und trugen damit zum Gelingen des Abends bei. Wenn bloß nicht doch noch was schief geht?! Genau so kam es! Die verpflichtete Big-Band sagte im letzten Moment leider ab. Wenn wir da nicht unseren Hans-Friedrich Schepper gehabt hätten! Dank seiner guten Beziehungen konnte er noch die Convoy-Tramps engagieren. Unsere Konzertveranstaltung unter dem Motto „Die Welt ist voll Musik" kam bei unserem Publikum gut an. Hans-Friedrich Schepper konnte sich hier wiederum bewähren, diesmal als Fernsehmoderator bei der Rundreise durch Deutschland und Europa.

Zusammenfassend möchte ich feststellen, dass sich der MGV „Sängerbund" Ihmert während der zurückliegenden 100 Jahre erfolgreich bemüht hat, das deutsche Lied im Chorgesang zu pflegen und damit auf dem kulturellen Sektor für unsere Gemeinschaft aktiv tätig gewesen zu sein. Es soll unser alier Wunsch sein, dass ihm das auch in der Folgezeit mit gutmotivierten Sängern und einem engagierten Chorleiter weiterhin gelingen möge. 

 

Vorsitzende

 

Chorleiter

1892

 Friedrich Heer

1892

 Lehrer Heitmann

1896

 Wilhelm Köster

1893

 Lehrer Wüste

1897

 Friedrich Sülberg

1894

 Lehrer Röring

1898

 Wilhelm Schepper

1897

 Lehrer Reifenrath

1906

 Julius Sülberg

1903

 Lehrer Jung

1911

 Gustav Schüngel

1909

 Lehrer Hagedorn

1936

 Herbert Erdmann

1940

 Paul Schüngel

1945

 Robert Roels

1945

 Ernst von der Heyden

1948

 Carl Edelhoff

1955

 Fritz Tusch

1960

 Heinrich Koch

1981

 Michael Schmoll

1974

 Herbert Middendorf

 

 

1975

 Walter Schulte

 

 

geschrieben von Waldemar Sülberg-Tewes
entnommen der Festschrift zum 100 jährigen Jubiläum 

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Kommende Veranstaltungen

20Dez
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1
27Dez
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1
03Jan
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1
10Jan
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1
17Jan
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1

Geschichte

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Branchenverzeichnis

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