Da sich das Portal aktuell noch im Aufbau befindet, freuen wir uns über jegliche Anregungen und Korrekturen. Der Informationsgehalt der Seite kann nur dann ein hohes Niveau erreichen, wenn möglichst viele Ihmerter aktiv mit- bzw. zuarbeiten. Kontaktieren könnt ihr uns jederzeit über Email unter info@ihmert.com.

Das 18. Jahrhundert

a) Drahtzieher 

Das wohl älteste Verzeichnis der Kratzendrahtzieher von Iserlohn und Umgebung dürfte das aus dem Jahre 1734 sein. Es enthält die Namen der Drahtzieher von Iserlohn, Ihmert, Grüne, Oestrich, Sundwig und Westig. In einem Anhang folgen weitere 10 Namen, 2 mit der Ortsangabe Westendorf und die übrigen ohne Ortsbezeichnung. 

Unter der Überschrift: „In Ihmert“ sind darin 46 Drahtzieher aufgeführt, die freilich nicht alle Bewohner des Ihmerter Tales waren. Das geht bei 7 von ihnen aus den beigefügten Ortsangaben hervor, nach denen 2 in Evingsen, 3 in der Bauerschaft Kesbern (Braecke, Hegenscheider Hagen) und 2 in der Bauerschaft Lössel wohnten. Eine Prüfung der Namen ohne Ortsbezeichnung an Hand der Kirchenbücher führte zu dem Ergebnis, dass 4 von diesen in der Bauerschaft Kesbern (Siepen) und 4 in der Bauerschaft Frönsberg (Wachmecke, Ispey) ihren Wohnsitz hatten. Von den insgesamt 46 Kratzendrahtziehern wohnten also 15 in benachbarten Bauerschaften und 31 im Ihmerter Tal. Zu den letzteren kommen jedoch aus dem oben erwähnten Nachtrag die beiden Drahtzieher aus Westendorf und 5 andere hinzu, deren Wohnsitz auf Grund der Kirchenbücher Ihmert und Ihmerterbach war. Um 1730 gab es also insgesamt 38 im Ihmerter Tal ansässige Kratzendrahtzieher. Von den 15 Drahtziehern aus der Umgebung von Ihmert ist anzunehmen, dass sie ebenfalls auf den Drahtrollen in Ihmerterbach und Bredenbruch gearbeitet haben. 

Wir geben im Folgenden die Namen der im Ihmerter Tal wohnhaften Kratzendrahtzieher wieder, geordnet nach den aus den Kirchenbüchern ersichtlichen Wohnplätzen im Tal und in alphabetischer Reihenfolge. in Klammern sind hinzugefügt einige erklärende 8emerkungen und die Lebenszeit, soweit sich diese aus der Altersangabe im Sterberegister feststellen ließ. 

Ihmert 

1.                  Peter Alberts (Geburtsname: auf dem Brocke; Änderung des Namens infolge Einheirat; 1689 – 1739)

2.                  Witwe Diederich Herman auf dem Brocke (1689 – 1771; Ehemann 1687 – 1732)

3.                  Herman Erdman (1690 – 1747)

4.                  Johan Erdman (1679 – 1751)

5.                  Rötger Erdman (gest. 1762 in Iserlohn; Altersangabe fehlt)

6.                  Frantz Erdmann oder am Heu (1706 – 1752)

7.                  Peter Erdman oder am Heu (1693 – 1757)

8.                  Witwe Herman Gosman (1671 – 1758; Ehemann 1675 – 1719)

9.                  Johan Heer (1684 – 1750)

10.             Andreas Hülter (1699 – 1770)

11.             Peter Hülter (gest. 1758; Altersangabe fehlt)

12.             Witwe Hieronymus Kampman (1682 – 1746; Ehemann 1685-1731)

13.             Peter Knips (1687 – 1758)

14.             Herman Diederich Knips (1716 – 1783)

15.             Caspar Korte (1677 – 1744)

16.             Diederich Herman Korte (1701 – 1776)

17.             Henrich Korte (1670 – 1754)

18.             Frantz Lötters (Geburtsname: Heer; Änderung des Namens infolge Einheirat; 1682 – 1757)

19.             Peter Schlieper (1652 – 1740)

20.             Jürgen Schlieper (1685 – 1758)

21.             Peter Voß (1663 – 1733)

22.             Anthon Winner (1672 – 1739)

23.             Conrad Winner (1700 – 1772)

Westendorf

24.             Caspar zu Westendorf (1715 – 1804)

25.             Jürgen Grove (1693 – 1761)

Holmecke

26.             Johan Diederich Korte (1682 – 1766)

Ihmerterbach

27.             Diederich auf dem Brocke (1673 – 1739)

28.             Johan Diederich auf dem Brocke (Rothbrock; 1690 – 1757)

29.             Peter Erdmann in dem Plathause (1709 – 1785)

30.             Herman Hülter (1706 – 1758)

31.             Herman Hülter (1695 – 1752)

32.             Johan Hülter (1703 – 1765)

33.             Johan Peter Kayser (1687 – 1757)

34.             Peter Melchior oder Heer (1681 – 1737)

Bredenbruch

35.             Georg (Jürgen) Kreft (1654 – 1738; Bürger in Iserlohn)

36.             Herman Lötters (1694 – 1762)

37.             Edmund Ossenberg (1699 – 1762)

38.             Johan Diederich Schulte (1690 – 1774) 

In diesem Verzeichnis fällt auf, dass dreimal die Witwe eines Drahtziehers genannt wird. Das erklärt sich auf folgende Weise: Zu jener Zeit waren die Drahtrollen Arbeitsstätten, wo mehrere Meister unabhängig voneinander ihr Handwerk ausübten. Jeder hatte eine Scheibe, mit der er Draht für eigene Rechnung zog. Starb der Meister und der Sohn war noch Lehrling oder Geselle, so lag der Witwe daran, den Arbeitsplatz dadurch zu erhalten, dass sie selbst beim Drahtziehen auf der Rolle half. Es war damals nichts Ungewöhnliches, das auch Frauen auf den Drahtrollen arbeiteten. Das geht aus einer im Jahre 1733 erlassenen Anordnung hervor, in der es heißt, „dass keiner durch andere, denn nur durch seine Frau und Kinder den Draht schauren, die Scheibe aber auch nicht von diesen drehen lassen sollen, es sei dann der Meister über 60 Jahre alt, derselbest dazu unvermögend und hierüber ein attestatum medicum (ärztliches Zeugnis) beygebracht". 

Zur Erklärung des Wortes „oder" bei den Namen Nr. 6, 7 und 34 ist folgendes zu bemerken: Noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts pflegte man, namentlich auf dem Lande, Personen mit ihrem Vornamen zu bezeichnen und, zur Unterscheidung von anderen mit denselben Namen, den Wohnort hinzuzufügen. So nannte man Peter und Franz Erdmann, weil sie am Heu, einer noch heute gebräuchlichen Ortsbezeichnung in Ihmert, wohnten, auch Peter und Franz am Heu. Bei Peter Melchior oder Heer ist „Heer” der Familienname und Melchior der 2. Vorname, der im Volksmund zum Hauptnamen wurde und dabei die Abänderung zu Melchers (Melchert) erfuhr. Diese doppelte Benennung „Peter Melchior (Melchert)" und „Peter Heer" findet sich auch in den Kirchenbüchern bei den verschiedenen Eintragungen der Amtshandlungen an den Gliedern dieser Familie. 

Schon damals war es in den Familien der Drahtzieher vielfach üblich, dass die Söhne das Handwerk ihres Vaters lernten. Es ist nämlich in dem obigen Verzeichnis Caspar Korte (15) der Vater des Diederich Herman (16); Peter Schlieper (19) der Vater des Jürgen (20); Anthon Winner (22) der Vater des Conrad (23) und Johan Diederich Korte (26) der Sohn des in der Urkunde von 1687 erwähnten Peter Karte. Es gab auch Familien, in denen mehrere Söhne Drahtzieher wurden. So sind die unter Nr. 1 und 2 genannten Peter und Diederich Herman auf dem Brocke die Söhne des ebenfalls in der Urkunde von 1687 vorkommenden Adrian Brockmann (Brackmann, auf dem Braucke, vom Braucke sind gleiche Familiennamen). Ferner sind Frantz und Peter Erdman (6 und 7), Andreas und Herman Hülter (10 und 30), sowie Herman und Johan Hülter (31 und 32) Brüder. 

Von den oben aufgeführten 38 Drahtziehern wohnten 26 im Ortsteil Ihmert, 8 in Ihmerterbach und 4 in Bredenbruch. Die Zahl der Familienglieder dieser Drahtzieher, die fast ausschließlich Familienväter waren, betrug auf Grund des Tauf-, Trau- und Sterberegisters der Kirchspielsgemeinde Iserlohn am 1.1.1730 insgesamt 137 Vergleicht man damit die der Bevölkerung, die um die gleiche Zeit rund 300 Seelen umfasste, so sieht man, eine wie weite Verbreitung bereits damals das Drahtzieherhandwerk im Ihmerter Tal gefunden hatte. 

b) Drahtrollen 

Über die Drahtrollen des Ihmerter Tales im 18. Jahrhundert liegen folgende Urkunden vor, 

1) Specification derer im Amte Iserlohn gelegenen Drahtrollen nebst Verzeichnis derer darauf arbeitenden, auch auf Handscheiben arbeitenden Fabrikanten, dem Herrn Kriegsrath und Commissario loci Resen von Vorstehern und Deputierten der Cratzendrath-Fabrique übergeben – 2 l. 1764. 

2) Eversmann, Nachweise der in der Grafschaft Mark mit Werkstätten der Industrie belegten Wassergefälle in den Beilagen zu dem Werk: „Übersicht der Eisen- und Stahlerzeugung, insofern solche auf Wasserwerken vorgeht in den Ländern zwischen Lahn und Lippe". Dortmund 1804 

3) Die von dem Gerichtssekretär Eichhorn zu Hemer im Jahre 1790 auf Grund einer Bereisung und Befragung angefertigte Aufstellung aller Drahtrollen im Amtsbezirk Hemer. 

Die in diesen Verzeichnissen enthaltenen Angaben über die Drahtrollen sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt. Aufgenommen wurde darin auch die in den Listen von 1790 und 1804 erwähnte, vermutlich um 1780 erbaute Fingerhutsmühle. Dagegen unterblieb die Angabe der Namen der auf den einzelnen Rollen arbeitenden Drahtzieher in der Urkunde von 1764. Sie werden aber in anderem Zusammenhang Berücksichtigung finden. 

Abkürzungen: DR Drahtrolle KDR =- Kratzendrahtrolle E Eigentümer 

1764

1790

1804

 

Fingerhutsmühle E: Bürgermeister Rump, Altena

Nr. 278 Fingerhutsmühle zu Ihmert dem Bürgermeister Rumpe

DR Nr. 37

mit 4 Scheiben

KDR Das oberste

Röllken

E: Romberg

zu Sundwig

Nr. 279 DR

am Hohen Stücke mit 4 Scheiben

DR Nr. 38

mit 4 Scheiben

KDR Becken-Rolle

E: Conrad von der

Becke, Iserlohn

Nr. 280 Becken-Rolle mit 4 Scheiben

DR Nr. 39

mit 4 Scheiben

KDR Sinnerhop-Rolle

E: Landrichter

Pütter, Hagen

Nr. 281 DR Sinternhoop mit 4 Scheiben

DR Nr. 40

mit 4 Scheiben

KDR Melchers-Rolle E: KIöser, Iserlohn

Nr. 282 DR

Melchers-Rolle mit 4 Scheiben

DR Nr. 41

mit 4 Scheiben

KDR: Kuckucks-Rolle E: Joh. Diedv. Heer Joh. Diedr. Hülter Diedr. Herm Ossen-berg, Wachmecke Ratmann Röpe, Iserlohn

Nr. 283 DR Der Kuckuck mit 4 Scheiben

DR Nr. 42

mit 4 Scheiben anjetzo zur Papiermühle gemachet worden

Papiermühle im Rabennest

E: Ratmann, Röpe, Iserlohn

Nr. 284 Papiermühle

Johannesthal oder

Rabennest an Joh. Diedr. Röpe; 1740 erbaut

DR Nr. 43

mit 4 Scheiben

Verfallene DR auf dem Rottbuch E: Conrad von der Becke, Iserlohn

Nr. 285 DR Rothbrauck ist verfallen

DR Nr. 44

mit 4 Scheiben verfallen

 

Nr. 286 Edmunds-Rolle verfallen

DR Nr. 45

mit 4 Scheiben

KDR Das rote Röllken E: Caspar Diedrich Hülter, Joh. Herman Graumann,

Diedr. Herm. Ossenberg gt. Kreft, Joh. Diedr. Ossenberg

Nr. 287 DR Rothe Röllken mit 4 Scheiben

DR Nr. 46

mit 6 Scheiben

KDR verfallen

E: Franz Lecke, Iserlohn

Nr. 291 DR Lütters-Rolle zu 6 Scheiben verfallen

Besondere Beachtung verdienen die volkstümlichen Namen der Drahtrollen. Wie sind sie zu erklären?

Eine Reihe von ihnen ist benannt nach dem Namen des Flurstückes, auf oder in dessen Nähe sie erbaut worden sind. Dazu gehören die Rolle „am Hohen Stück“, die „Becken”- und „Sinnerhop-Rolle”, sowie die Rolle „auf dem Rothbrauck“. 

Die erste ist die Drahtrolle am heutigen Mühlenweg, etwa 400 m entfernt von der ehemaligen Fingerhutsmühle und etwas unterhalb der 1830 erbauten Ihmerter Kornmühle. Das an diese Rolle angrenzende, höher gelegene Flurstück führte um 1800 den Namen „am Hohen Stück”, ein Name, der heute noch einigen alten Bewohnern des Ihmerter Tales bekannt ist und in den Kirchenbüchern gegen Ende des 18. Jahrhunderts unter der Bezeichnung „am Heyer Stück" vorkommt. Auch das „oberste Röllken" wurde diese Drahtrolle genannt, weil sie die erste der am Ihmerterbach gelegenen Rollen war, Aus der folgenden Katasterzeichnung ist die Lage dieser Rolle und der Fingerhutsmühle zu ersehen. 

Der Name „Beckenrolle" geht zurück auf die plattdeutsche Bezeichnung für Ihmerterbach, die sich auch in den Kirchenbüchern der ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts findet: „lhmerterbeke”, „Imert bike” oder kurz: „In der Bike". Es ist die Rolle, deren letzter Drahtzieher, Wilhelm vorn Braucke (gest. 1922), noch heute als „Biken Wilhelm” bekannt ist. Erwähnt sei hier, dass in dem Verzeichnis von 1764 unter den Drahtziehern auf dieser Rolle schon der Name „vom Braucke” vorkommt. 

Zu der „Sinternhoop-(Sinnerhop-) Rolle” bemerkt Eversmann: „Diese Bezeichnung führen viele Rollen in Tälern und heißt so viel als Schlackenhaufen, die man auch immer da findet; ein Beweis alter Eisenhütten oder Luppenfeuer“. Wie bereits im ersten Kapitel dieser Abhandlung nachgewiesen wurde, gab es auch in Ihmerterbach eine Stelle, an der bis in das 18. Jahrhundert hinein solche Schlackenhaufen gelegen haben. Es ist daher verständlich, dass die hier errichtete Drahtrolle danach ihren Namen bekommen hat. 

Die letzte, deren Name auf eine Geländebezeichnung zurückgeht, ist die Drahtrolle „auf dem Rothbrauck”. Rothbrauck hieß damals das Flurstück am Abhang des Sülberges bis an den Ihmerter Bach, Auch heute noch wird es gelegentlich so genannt. Hier im Tal muss früher sumpfiges Gelände (plattdeutsch Brauck) gewesen sein, wonach das ganze Gelände und die Drahtrolle genannt wurde. Die Angabe „Rottbuch" in dem Verzeichnis von 1790 ist freilich unrichtig. Wahrscheinlich hat sich der Verfasser das Wort „Brauck” nicht erklären können und durch „Buch" ersetzt.

Eine andere Gruppe von Drahtrollen trägt den Namen von Drahtziehern. Es sind die „Melchers-", „Edmunds-” und „Lüttersrolle”. 

Peter Melchior Heer, dessen Name oben (Seite 3) näher erläutert wurde, ist der Drahtzieher, auf den die Bezeichnung „Melchersrolle” zurückgeht. Wie aus verschiedenen Eintragungen von Amtshandlungen in den Kirchenbüchern zu ersehen ist, wohnte er bis 1709 bei seinen Eltern in Ihmert, hielt sich dann einige Jahre in Evingsen auf, woher seine Frau stammte, und siedelte, etwa in den 20er Jahren, nach Ihmerterbach über. Hier ist er als Drahtzieher ansässig geblieben, als „Melchert” bekannt und auch so genannt; denn bei seinem 1737 und seiner Frau 1740 erfolgten Tode stehen im Sterberegister die Namen „Peter Melchert” und „Peter Melcherts Frau”. 

Die „Edmundsrolle” verdankt ihren Namen dem Drahtzieher Edmund Ossenberg aus der benachbarten Wachmecke. Er heiratete 1727 Elisabeth Erdmann aus Ihmert und ließ sich darauf in Bredenbruch nieder. Wahrscheinlich hatte er schon vorher auf der hiesigen Rolle Draht gezogen. D«ß die Rolle nicht nach seinem Familien-, sondern Vornamen benannt wurde, mag auch darin seinen Grund haben, dass dieser der Bevölkerung, die ja nur an solche wie Peter, Caspar, Diederich, Friedrich, Wilhelm, Johann, Hermann, Henrich gewöhnt war, besonders aufgefallen war. 

Die „Lüftersrolle” in Bredenbruch ist in der Reihe der am Ihmerterbach gelegenen Drahtrollen die letzte und zugleich größte, da sie über 6 Scheiben verfügte. Im Jahre 1717 heiratete der Drahtzieher Hermann Lötters, geboren 1694 in der Grüne, eine Tochter des Johann Bücking in Bredenbruch, und seitdem wohnte er die Jahrzehnte hindurch haben er und auch sein Sohn Joh. Diederich, der in dem Verzeichnis von 1764 unter den Drahtziehern auf dieser Rolle genannt wird, hier das Drahtzieherhandwerk ausgeübt. So ist wohl die Entstehung des Namens dieser Rolle zu erklären. 

Es bleiben noch übrig zu erwähnen die „Kuckucksrolle” und das Rothe RölIken. 

In der Umgegend von Iserlohn gibt es am Callerbach ein Flurstück, das die Bezeichnung: „am Kuckuck” führt. Dazu gibt Woeste als Erklärung: an: „Hier mag ein uralter Standort des geflügelten Frühlingsboten sein". So wird es wohl auch im Ihmerter Tal der Fall gewesen sein und die hier in der Nähe gelegene Drahtrolle auf diese Weise den Namen „Kuckuck” erhalten haben.

In der Regel baute man die Drahtrollen mit Bruchsteinen, die im Ihmerter Tal selbst gebrochen werden konnten. Der Name „Rotes Röllken” lässt jedoch vermuten, dass zum Bau dieser Rolle Ziegelsteine verwandt worden sind, deren rote Farbe den Anlass zu diesem Namen gegeben hat. Es ist die Drahtrolle in Bredenbruch, auf der seit 1759 unter den Drahtziehern der Name „Graumann” vertreten ist. Das geht aus den Aufzeichnungen hervor, die Hermann Dietrich Graumann (1807 – 93) im Jahre 1880 angefertigt hat. Er schreibt: „Mein Großvater Johann Hermann Graumann, der in dem kalten Winter Januar 1740 zu Oberhemer am so genannten Hetufer geboren war, kam im Jahr 1759 von dort hierhin und heirathete eine Tochter von dem hier wohnenden Edmund Ossenberq. Dieser hatte 4 Kinder: 1 Sohn und 3 Töchter. Eine Tochter heiratete einen Graumann aus Sundwig, wahrscheinlich im Jahr 1769. Hatten auch ¼  Antheil an unserem Rothen Röllken zu ihrem Eigenthum, denn dieser Graumann war auch ein Drahtzieher. Als dieselben etwa 8 Jahre in ihrem Ehestande gelebt hatten, starben die beiden Eltern im Jahr 1777”. Zur Ergänzung und Berichtigung auf Grund der Kirchenbücher sei bemerkt, dass dieser Graumann mit Vornamen Dieterich Hermann hieß und die Heirat nicht 1769, sondern 1767 stattgefunden hatte. 

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gab es im Ihmerter Tal, wie aus der obigen Tabelle her vorgeht, 8 in Betrieb befindliche Drahtrollen, und zwar 5 in Ihmerterbach und 3 in Bredenbruch mit insgesamt 34 Scheiben. Erwähnt werden ferner 2 Rollen in Bredenbruch, von denen die im Johannestal gelegene 1740 als zur Papiermühle umgebaut und die andere, die „Edmundsrolle”, als verfallen bezeichnet sind.

Wie lange diese Drahtrollen vor dieser Zeit bestanden haben, steht urkundlich nicht fest. Wenn man aber bedenkt, dass 1734 bereits 38 einheimische und 15 auswärtige, zusammen 53 Drahtzieher im Ihmerter Tal Draht gezogen haben, dann liegt der Schluss nahe, dass diese Rollen auch schon um 1730 existiert haben; mit Ausnahme des „Roten Röllkens”, da vermutlich an Stelle der baufällig gewordenen „Edmundsrolle” errichtet wurde. Es ist daher anzunehmen, dass es um 1730 im Ihmerter Tal 9 Drahtrollen gegeben hat. 

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging die Zahl der Rollen auf 6 mit zusammen 24 Scheiben zurück, Während auf den 5 Drahtrollen in Ihmerterbach vom „obersten Röllken" bis zum „Kuckuck“ weiter Draht gezogen wurde, gab es in Bredenbruch jetzt nur noch eine im Betrieb befindliche Rolle. nämlich das „Rothe Röllken”.

Aus dem Verzeichnis der Drahtrollen von 1790 erfährt man, daf3 fast alle Rollen des Ihmerter Tales im Besitz von auswärtigen Beamten und Kaufleuten waren. Als Eigentümer werden genannt: Romberg zu Sundwig vom „obersten Röllken”; Conrad von der Becke, Iserlohn, von der „Beckenrolle" und der Rolle „auf dem Rothbrauck; Landrichter Pütter, Hagen, von der „Sinnerhoprolle”; Klöser, Iserlohn, von der „Melchersrolle”; Franz Lecke, Iserlohn, von der „Lüttersrolle” und Ratmann Röpe, Iserlohn, von einem Viertel der „Kuckucksrolle”. Nur das „rote Röllken” und der „Kuckucksrolle“ befanden sich im Besitz der Drahtzieher. Diese Eigentümer waren:

bei dem „roten Röllken“: Caspar Dietrich Hülter (1765-1817), Joh. Hermann Graumann (1720-1813), Dieterich Hermann Ossenberg gt. Kreft (1730-1796), alle aus Bredenbruch und Joh. Dieterich Ossenberg (1754-1813) aus der Wachmecke;

bei der „Kuckucksrolle”: Joh. Dieterich Heer (1733-1790), Joh Dieterich Hülter (1737-1796) aus Ihmert und Dieterich Hermann Ossenberg (1755-99) aus der Wachmecke. 

e) Die Drahtrollen am Anfang des 18. Jahrhunderts 

Der im 2. Abschnitt dieses Kapitels gegebene Überblick über die Draht­rollen im Ihmerter Tal umfasste die Zeit von der Mitte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Jahrzehnte vorher waren unberücksichtigt geblieben, weil urkundliche Nachrichten darüber nicht vorlagen. Weitgehende Klarheit auch über diese Zeit ge­währt nun eine vor kurzem uns bekannt gewordene, wohl noch nicht ver­öffentlichte Urkunde aus den Akten „betr. die Verpachtung der Rentey lserlohn von Trinitatis 1727 bis dahin 1733 ungl. (und gleichfalls) von 1733—1739". Es handelt sich um eine Aufstellung der Drahtrollen am lhmerterbach aus dem Jahre 1727 mit Angabe der Höhe des zu entrich­tenden Flußgeldes. Wir geben im Folgenden diese Urkunde im Wortlaut wieder und bemerken dabei, dass die in Klammern eingefügten Worte nicht  originaler Text sind,  sondern  Erklärungen  abgekürzter  und  Obern

Setzungen lateinischer Worte. Außerdem sind, um einen Zusammenhang mit der oben erwähnten tabellarischen Übersicht der Drahtrollen von 1764-1804 zu vermitteln, am Rande die seit 1790 urkundlich bezeugten volkstümlichen Namen derselben vermerkt. 

Register

Von denen Fluß Geldern auf dem Fluß die Imerter Becke genannt. 

 

 

Rt

St

D

 

36.

die oberste und erste DrathRolle unter Ihmert mit 1  Rad und 4 Scheiben gehört dem Holtz-Richter Hemer Mark J. Romberg und giebt darab jährl. das Gewöhnliche FlußGeld

1

15

-

Das oberste Röllken

37.

Von der nächstfolgenden 2ten DrathRollen mit 1 Rade und 4 Scheiben zahlt die Wittibe Zahn zu Unna das gewöhnliche FlußGeld ad

1

15

-

Becken-Rolle

38.

die darunter liegende 3te DrathRolle mit 1 Rad und 4 Scheiben gehöret der Wittibe des Lic: BürgerMeisters Eßelen zu lserlohn, und giebt darab das gewöhnliche FlußGeld ad

1

15

-

Sinner-hoprolle

39.

Hiernechst folget die sogenanndte Hulters DrathRolle mit 1 Rade und 4 Scheiben, so die vierte ist. Von 3 Scheiben giebt der Syndicus und  Bürger­meister Dr. Pütter zu lserlohn das FlußGeld ad . Und Johan Erdtmann zu Ihmert von 1 Scheibe das FlußGeld ad

 

56

3

Melchers-Rolle

 

18

9

40.

Unter der pag: praeced: N. 39 gl. (gelegenen) so gnten (genannten) Hulters DrathRolle liegt die 5te DrahtRolle mit 1 Rade und 4 Scheiben, darab be­zahlt der RathsVerwandte D Brüne das völlige FlußGeld ad

1

15

-

Der Kuckuck

41.

die hierunter liegende 6te DrathRolle hat 1 Rad und 4 Scheiben. Von 1 DrathScheibe zahlt die

Wittibe D Bässen an FlußGeld und von denen übrigen 3 Scheiben obg. (oben genannter) RathsVerwandter D Brüne zu lserlohn

 

18

9

Drahtrolle 1740 zur Papier-mühle umgebaut

 

56

3

42.

die darnach folgende siebende DrathRolle mit 1 Rad und 4 Scheiben gehöret gleichfalls  oben gn: (genanntem) Brüne und giebt davon ex speciale Concessione (mit besonderer Genehmigung) nur

1

0

0

Drahtrolle auf dem Rothbrauck

43.

dFrH (der Freiherr) von Romberg zur Edelburg hat die darunter oben dem Bredenbruch liegende 8te DrathRolle mit 1 Rad und 4 Scheiben in ao (in anno = im Jahre)  1724  allererst  erbauet, und1 giebt darauf auf Martini 1725 zum  erstenmahl, und hic consequente (von hier ab regelmäßig) all jährl. das gewöhnliche FlußGeld vide in fine (siehe am Schluß)

 

 

 

Edmunds-Rolle

43½

Idem (Derselbe) die 2te DrathRolle mit 4 Scheiben obengl. (oben gelegene) Rolle erbauet, wobey das FlußGeld von Trinitatis 1725 an entrich­tet werden muß, vide in fine

 

 

 

Lütters-Rolle

Zum Wortlaut des Textes sei noch folgendes angeführt.

1)  In den Renteiakten steht die Urkunde auf 3 Seiten. Die erste enthält die Angaben über die Drahtrollen Nr. 36-39 und die 2. Seite die der Nummern 40-431/2.  Dadurch  erklären  sich  auch  die  bei  Nr. 40 stehenden Worte: „Pag. praeced."= vorhergehende Seite. Die 3. Seite bringt die rechneri­sche Zusammenstellung der Endbeträge dieser Seiten und am Schluß den Betrag der beiden letzten Drahtrollen, je 1  Rt, 15 St, auf den durch die Worte   „vide  in fine" hingewiesen war.  Der  Gesamtbetrag  an  Flußgeld aller Rollen ergab 11 Rt.

2)  Um 1730 galt bei der Iserlohner Rentei 1  Reichstaler (Rt) — 60 Stüber (St), 1 St = 6 Deut (D)2).

3)   Bei  den Worten  „oben dem Bredenbruch  liegende 8. Drahtrolle"  der Nr. 43 ist „in" zu ergänzen und zu lesen: „oben in dem Bredenbruch", da Bredenbruch ein Abschnitt in dem sich lang hinziehenden Ihmerter Tal ist.

4)  Wenn in der Urkunde die letzte Rolle nicht mit Nr. 44, sondern 431/2 be­zeichnet wurde, so geschah es wohl deshalb, weil der Besitzer beider Rol­len die gleiche Person war.

Eigentümer der Drahtrollen im Ihmerter Tal waren auf Grund der obigen Urkunde im Jahre 1727:

Johann Romberg, Erbgesessener und Holzrichter der Hemer Mark in Sundwig, seit 1715 verheiratet mit Catharina Elisabeth Habich und daselbst gestorben 1779 im Alter von 104½  Jahren. Bei der Eintragung seiner Goldenen Hochzeit im Jahre 1765 steht im Trauregister der evangelischen Gemeinde Hemer folgender Vermerk: „Die Eltern hatten die Freude, 2 Söhne zu haben, die sich durch außerordentliche glückliche Handelsge­schäfte auf eine hohe Stufe des Wohlstandes emporgearbeitet hatten und vom Kaiser Joseph II. in den Reichsfreiherrenstand erhoben waren“.

Ida Elisabeth Zahn in Unna, geb. 1657, Witwe des 1694 verstorbenen Richters und Bürgermeisters Daniel Balthasar Zahn, J Ctus (Juris Consultus = Rechtsgelehrter) in Unna.

Gertrud Ursula Eßelen, geb. 1659, Witwe des 1718 verstorbenen J. U. Lic. (juris utriusque Licentiatus = Licentiat beider Rechte) Arnold Johann Eßelen, Bürgermeister in Iserlohn seit 1694.

Dr. jur. Johannes Pütter, geb. 1675; im Jahre 1716 zum Bürgermeister von Iserlohn gewählt und 1726 zum Kanzleidirektor des Grafen von Bentheim in Hohenlimburg berufen; gestorben 1744 in Iserlohn.

Dietherich Brüne, Ratsverwandter (Ratsherr) in Iserlohn seit 1695 und Hospitalvorsteher; gestorben daselbst 1730 im Alter von 70 Jahren. Witwe D.Basse.

Freiherr Friedrich Winold von Romberg zur Edelburg bei Menden, verheiratet seit 1686 mit Clara Anna Margarete, Tochter des Heinrich Friedrich von der Mark; gestorben 1727.

Bemerkenswert ist in der Urkunde auch die Angabe, dass der Freiherr von Romberg 2 Drahtrollen in Bredenbruch gebaut hat. Wenn man bedenkt, dass die ersten Rollen am Ihmerterbach von etwa 1675, der Zeit der Er­findung der Benutzung der Wasserkraft für das Ziehen des feinen Drahtes, bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut sein müssen, also zu Lebzeiten der in der Urkunde genannten Eigentümer, so ist es höchst wahr­scheinlich, dass auch die anderen damaligen Besitzer, sicher aber einige von ihnen, ebenfalls als Erbauer ihrer Rollen anzusehen sind. Die kleinen Kötter und Drahtzieher auf dem Lande waren schon aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, Drahtrollen zu bauen und die Unkosten für die häufig notwendigen Reparaturen aufzubringen. Der Anteil des Draht­ziehers Johan Erdtman aus Ihmert an dem Besitz einer Rolle erklärt sich vielleicht daher, dass diese auf seinem Grundstück erbaut oder der Bau derselben von ihm in anderer Weise gefördert worden ist.

Die Anregung zum Bau von Drahtrollen ist ohne Zweifel von Iserlohn aus­gegangen. Hier war die Zentrale, wohin die Drahtzieher ihren angefertig­ten Draht brachten; von hier aus erfolgte durch Kaufleute der Versand noch dem In- und Ausland. Die am Handel mit Kratzendraht interessierten Kaufleute, vor allem auch die Bürgermeister, die in diesen Handelsge­schäften einen erheblichen Vorteil für die Stadt erblickten, hatten daher ein Interesse daran, dass Arbeitsstätten für die Herstellung dieses Drahtes entstanden. Sie regten nicht nur andere zum Bau von Drahtrollen an, son­dern errichteten solche selbst, zumal das eingesetzte Kapital ihnen be­achtliche Gewinne zu bringen versprach.

Dass Bürgermeister und Kaufleute von Iserlohn damals Eigentümer und auch wohl Erbauer der Drahtrollen am Ihmerterbach waren, ist verständlich, da die Bauerschaft Ihmert zum Amt Iserlohn gehörte und der dortigen Verwaltung unterstand. Wie aber erklärt es sich, dass um diese Zeit Drahtrollen im Ihmerter Tal im Besitz der Witwe Zahn in Unna, des Holzrichters Romberg in Sundwig und des Freiherrn von Romberg zur Edelburg bei Menden gewesen sind?

Die Antwort darauf ergibt sich, wenn man die Familienverhältnisse der Genannten in Betracht zieht. Es waren nämlich die Witwen Zahn und Eßelen Schwestern, Töchter des Richters und Rentmeisters, 1670 auch Bürger­meisters von Iserlohn, Hermann zur Megede (1621-76). Deren Bruder Jacob zur Megede (1652-98) hatte eine Schwester des Freiherrn Friedrich Winold von Romberg zur Frau, und der Sohn des Jacob zur Megede, Johann Hermann (1685-1743), Königl. Preuß. Hofrat und Domainen-Commissarius in Iserlohn, war verheiratet mit der Tochter des Bürgermeisters Lic. Arnold Johann Eßelen. Die Ehefrau des Dietherich Brüne, Trauung 1688, hieß Christine Elisabeth Pütter. Auch der Freiherr von Romberg und der Holz­richter Romberg waren miteinander verwandt.

Im ganzen 18. Jahrhundert ist der Besitz dieser Drahtrollen an die direkten Nachkommen oder Glieder der Verwandtschaft übergegangen, wie eine Prüfung der Familienverhältnisse der in den beiden Urkunden von 1727 und 1790 verzeichneten Eigentümer ergab. Der 1727 erwähnte Holzrichter Jo­hann Romberg ist nämlich der Vater des 1790 vermerkten Karl Romberg (1721-95), der gleichfalls Holzrichter war, und bei den übrigen 1790 Ge­nannten, dem Landrichter Franz Pütter, den Kaufleuten Conrad von der Becke, Simeon Kloeber, Joh. Dieterich Röpe und Franz Lecke haben nicht allein geschäftliche Interessen, sondern vor allem verwandtschaftliche Beziehungen zum Besitz ihrer Drahtrollen beigetragen.

Die 1790 urkundlich bezeugten volkstümlichen Namen der Drahtrollen am Ihmerterbach sind 1727 noch nicht üblich gewesen. Ansätze für das Auf­kommen solcher Bezeichnungen finden sich freilich in dieser Urkunde bei der Rolle Nr. 36, die wegen ihrer Lage als die „oberste Drahtrolle" und bei der Rolle Nr. 39, die als die „sogenannte Hultersrolle" aufgeführt sind. Dass die letztere später den Namen „Melchersrolle" erhielt, läßt sich auf folgende Weise erklären. Als 1721 durch den Tod des Peter Hülter (Hulter = Hülter), geb. 1665, auf der nach ihm benannten Rolle ein Arbeitsplatz frei geworden war, zog der Drahtzieher Peter Melchior Heer (volkstüm­licher Name: Peter Melchert) von Evingsen nach Ihmerterbach und erwarb diese Stelle10). Der Sohn des Peter Hülter, Hermann, hatte eben erst seine Lehrzeit begonnen, wo nun Peter Melchert als Meister arbeitete. Dies© Tatsache, wie auch die Heirat seiner Tochter mit Hermann Hülter 1732 mö­gen dazu geführt haben, dass der Name „Melchersrolle" üblich wurde. Er ist dann geblieben bis auf den heutigen Tag.

Die Drahtrollen waren zu Anfang des 18. Jahrhunderts kleine Gebäude. Es brauchten daher die Besitzer nur das „gewöhnliche Flußgeld", also den niedrigsten Satz der Steuer, 1 Rt, 15 St, jährlich zu Martini (10. November)

an die Renteikasse in Iserlohn zu zahlen. Immerhin boten diese Rollen mit

1  Wasserrad und 4 Scheiben 4 Meistern mit ihren Lehrlingen und Gesellen Gelegenheit zum Ziehen des Kratzendrahtes.

Endlich gibt die Urkunde auch Aufschluss über die Zahl der Drahtrollen am Ihmerterbach zu Anfang des 18. Jahrhunderts. Sie betrug 1727 insgesamt 9 Rollen mit 36 Scheiben. Damit findet die im 2. Abschnitt dieses Kapitels aus einem anderen Grunde ange­gebene Zahl 9 ihre Bestätigung. Historisch bedeutsam ist in diesem Zu­sammenhang auch die Bemerkung, dass die beiden dem Freiherrn von Romberg gehörenden Drahtrollen von ihm 1724 gebaut worden sind. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die „Edmunds-" und die „Lüttersrolle". Damit dürfte feststehen, dass zu Anfang des 18. Jahrhunderts am Ihmerterbach 7 Drahtrollen mit 28 Scheiben im Betrieb gewesen sind, und zwar:

5 in Ihmerterbach: Das „oberste Röllken", die „Becken-", „Sinnerhop-", „Melchersrolle" und der „Kuckuck";

2  in Bredenbruch: Die 1740 zur Papiermühle umgebaute Drahtrolle und die Rolle auf dem „Rothbrauck".

geschrieben von Pfarrer Karl Thom
entnommen aus "Der Schlüssel" 1960 - Das Drahtzieherhandwerk im Ihmerter Tal

Kommende Veranstaltungen

21Aug
Dorfarchiv Stammtisch
19:00 Uhr, Gaststätte Elfenfohren
23Aug
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1
25Aug
Schützenfest Ihmert
08:00 Uhr, Festplatz an der Gemeindehalle und im ganzen Dorf
30Aug
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1
06Sep
Chorprobe, MGV Ihmert
19:00 Uhr, Ringstr. 1

Geschichte

Erfahren Sie mehr über Ihmerts Geschichte der letzten 500 Jahre. Von der ersten urkundlichen Erwähnung, über die industrielle Revolution zur Wiege der Drahtindustrie, bis hin zu aktuellen Ereignisse, Geschichte rund um Menschen und Vereine. Hier geht es weiter..

Branchenverzeichnis

Sie suchen einen Arzt, Friseur oder Floristen. Sie möchten sich über Ihmerter Unternehmen informieren. Das aktuelle und detallierte Branchenverzeichnis bietet Ihnen hierzu die Möglichkeit und sollte Ihre Firmeneintrag fehlen, eine kurze Email genügt. Hier geht es zum Verzeichnis..

Veranstaltungskalender

Der überregional bekannte Rock im Mai, jedes Jahr am 1. Mai und das alle zwei Jahre stattfindenden Ihmerter Schützenfest sind nur zwei Veranstaltungen, für die es sich lohnt nach Ihmert zu kommen. Alles weitere erfahren Sie in unserem Veranstaltungskalender, hier..